171 Fälle

Anklage gegen Ex-Rathausmitarbeiter: Verdacht auf sexuellen Missbrauch

Wolfhagen/Kassel. Die Staatsanwaltschaft Kassel hat gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Stadtverwaltung Wolfhagen Anklage wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern in 171 Fällen erhoben. Das teilte am Donnerstag Staatsanwalt Dr. Götz Wied auf HNA-Anfrage mit.

Verantworten muss sich der heute 55-Jährige auch wegen des Verdachts, kinderpornografische Schriften besessen und verbreitet zu haben. Nach Ergebnis der Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft Kassel wird dem Mann vorgeworfen, zwischen 1994 bis März 2013 fünf Kinder in Wolfhagen und anderen Orten sexuell missbraucht zu haben.

Eines der Opfer ist eine Frau, die er zwischen 1994 und 1996 in fünf Fällen missbraucht haben soll und die damals acht bis zehn Jahre alt war. Ab dem Jahr 2002 bis 2003 soll es zu Übergriffen auf ein zu diesem Zeitpunkt zehn Jahre altes anderes Mädchen gekommen sein. In diesem Fall werden dem Angeschuldigten 83 einzelne Handlungen zur Last gelegt, sagt Wied.

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Ab dem Jahr 2003 soll er sich an einem sieben Jahre alten Mädchen vergriffen haben. Bis Mitte 2008 soll er das Kind in 26 Fällen missbraucht haben. Von Juni 2007 an bis zum März 2013 soll er sich an einem zu Beginn dieses Zeitraums etwa fünf Jahre alten Mädchen (32 Fälle) vergangen haben. Etwa im gleichen Zeitraum soll er in 25 Fällen ein drei bis sechs Jahre altes Mädchen missbraucht haben.

Der Angeschuldigte soll an den Mädchen sexuelle Handlungen vorgenommen und sie zudem zu sexuellen Handlungen an ihm gedrängt haben. In 25 Fällen sollen die Missbrauchshandlungen mit aktivem Körperkontakt zwischen dem 55-Jährigen und den Kindern verbunden gewesen sein.

Dem Angeschuldigten wird ferner zur Last gelegt, in 53 Fällen in eine Internettauschbörse kinderpornografische Bilder eingestellt zu haben.

Hintergrund: Freiheitsentzug bis zu zehn Jahren

Am 8. Mai dieses Jahres war die Wohnung des Angeklagten durchsucht worden. Dabei waren auf einem Rechner mehrere Dateien sichergestellt worden. Nach Abschluss der Ermittlungen spricht die Staatsanwaltschaft Kassel nun von fast 40.000 Bilddateien mit kinderpornografischem Inhalt.

Der Angeschuldigte wurde am 28. Mai dieses Jahres von der Polizei festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Bei sexuellen Missbrauch von Kindern sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren vor, in schweren Fällen (vollzogener Beischlaf) von mindestens zwei Jahren. Der Hauptverhandlungstermin steht noch nicht fest.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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