In Wabern halten weniger Züge: Bahn streicht IC-Verbindungen

Wabern. Deutlich weniger Intercity-Züge werden ab Dezember am Bahnhof in Wabern halten. Die Bahn AG streicht mit dem Fahrplanwechsel fünf der sieben IC-Verbindungen.

„Das ist der Einstieg in den Ausstieg“, befürchtet Waberns Bürgermeister Claus Steinmetz. Nur vier Mal am Tag werden Fahrgäste in Wabern dann noch in einen Intercity steigen können. Um 5.19 und 7.22 Uhr halten die Züge in Richtung Frankfurt, um 18.30 und 20.30 Uhr die in Richtung Kassel.

Grund für die Umstellung seien rückläufige Fahrgastzahlen. „Die Frage ist, ob die Zahlen so haltbar sind und wann sie erhoben wurden“, sagt Steinmetz. Im vergangenen Jahr liefen die vorbereitenden Arbeiten für die Bahnhofssanierung. Die Baustelle könnte viele Fahrgäste abgeschreckt haben. Von den gestrichenen Verbindungen soll ein anderer Standort profitieren: Stadtallendorf im Kreis Marburg-Biedenkopf. „Die Bahn erhofft sich dort deutlich mehr Ein- und Ausstiege“, erklärt Steinmetz. Schließlich sitzen dort mit Ferrero und Winter zwei große Arbeitgeber.

Keine Veränderung gibt es hingegen am IC-Bahnhof in Treysa. Die Verbindungen bleiben bestehen. Die Entscheidung der Bahn zum Bahnhof Wabern ist für Bürgermeister Steinmetz „nicht nachvollziehbar“. In den vergangenen Jahren hätten Bahn und Gemeinde schließlich einiges in den Bahnhof investiert. Wabern treffe die Nachricht unvermittelt. „Erst im Februar wurde der Vertrag für die Sanierung unterschrieben. Die Entscheidung ist aus unternehmerischer Sicht nicht zu verstehen“, erklärt Steinmetz.

Unter den wegbrechenden Verbindungen würde der ganze Kreis leiden. „Der Bahnhof hat eine zentrale Funktion für die Region“, betont Landrat Winfried Becker. Er sei wichtig für den Bundeswehrstandort Fritzlar und die Kliniken in Bad Wildungen und Bad Zwesten. Die Bahn wollte sich auf Anfrage nicht zu den Plänen äußern.

Quelle: HNA

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