IG Metall zeichnete 54 Gewerkschafter aus Landkreis aus

Wache am Tor

Gruppenbild mit Gewerkschaftschef: Ullrich Meßmer (Vierter von links) posierte mit (von links) Mehmet Murali (Gudensberg), Harald Wolfram (Felsberg), Rolf Roy (Gudensberg, alle 40 Jahre Mitgliedschaft), Franz Güntner (Edermünde, 50 Jahre) und den übrigen Jubilaren aus dem Schwalm-Eder-Kreis für den Fotografen. Foto:  Dilling

Schwalm-Eder. Alte Gewerkschafter wissen, wie hart man um bessere Arbeitsbedingungen kämpfen muss. Der frühere Vertrauensmann Manfred Frese (64) aus Nieste, der seit 50 Jahren der Industriegewerkschaft (IG) Metall angehört, erinnert sich an einen Streik bei der früheren Kasseler AEG. Dort hatte er rund um die Uhr vor dem Werkstor Wache geschoben und im Wohnwagen übernachtet.

Sein früherer Arbeitskollege Arnold Nienrodt (77), seit 60 Jahren in der Gewerkschaft, legte damals auch die Arbeit nieder. Justus Käse, der 70-jährige Werkzeugmacher aus Baunatal (50 Jahre IG Metall) erzählt, dass er und seine Kollegen im VW-Werk nie etwas anbrennen ließen, wenn es um höhere Löhne ging.

Die drei Gewerkschafter und 236 Jubilare aus Kassel, dem Landkreis und dem Schwalm-Eder-Kreis belohnte die IG Metall Nordhessen für ihre langjährige Treue mit einer Feier und Auszeichnungen in der Baunataler Stadthalle. Die Veteranen aus dem Landkreis Kassel stellten mit 134 Jubilaren die stärkste Gruppe. Aus dem Schwalm-Eder-Kreis kamen 54 Gewerkschafter. Konrad Gibhardt aus Edermünde ist mit 65 Jahren Mitgliedschaft am längsten dabei. Aus der Stadt Kassel waren es elf Gewerkschafter, die schon so lang dabei sind.

Außerdem ehrte die Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten 17 langjährige Mitglieder, darunter Gerhard Schulz (Gudensberg) für 65-jährige und Walter Knatz (Kassel) für 60-jährige Treue.

Noch aktiv ist der Kasseler SPD-Stadtrat Jürgen Sandrock. Der 78-Jährige Maschinenschlosser und Werkzeugmacher ist seit 60 Jahren dabei und holte vor 41 Jahren den jetzigen nordhessischen IG-Metall-Chef Ullrich Meßmer (57) in die Gewerkschaft.

In seiner Rede sagte Meßmer den Jubilaren: „Ihr habt die IG Metall stark gemacht.“ Er machte deutlich, dass sich die Gewerkschaft im Aufwind fühle. Arbeitnehmern sei wieder mehr bewusst, dass Solidarität und Mitgliedschaft in einer starken Gewerkschaft nötig seien.

Warnung vor Altersarmut

Der IG-Metall-Chef wandte sich gegen das Hinausschieben des Renteneintrittsalters und warnte vor Altersarmut und Billiglöhnen. Er nahm dabei die Logistikbranche der Region ins Visier. Es gebe Speditionen, die versuchten, die Löhne zu drücken.

Meßmer plädierte für Solidarität mit dem schuldengeplagten Griechenland und für eine Finanztransaktionssteuer. Mit dieser könne man den Schuldenstaaten helfen. (pdi)

Quelle: HNA

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