Iris Arndt und Rainer Wackerbarth starten ein Pilotprojekt zum Vogelschutz

Hilfe für die Höhlenbrüter

Sie engagieren sich für den Vogelschutz: Iris Arndt und Rainer Wackerbarth haben auf dem Dachsberg in Lohne Nistmöglichkeiten geschaffen. Foto: Laumann

Lohne. Um die Natur vor seiner Haustür zu schützen, braucht Rainer Wackerbarth zwei Dinge: Kreativität und Fantasie. „Die hat er zweifelsfrei", attestiert ihm Iris Arndt.

Immer, wenn der 68-Jährige rund um den Dachsberg in Lohne unterwegs ist, hat er eine Frage im Hinterkopf: Wo kann er eine Nisthilfe für Meisen und Kleiber schaffen? Wenn er einen passenden Baumstamm oder -stumpf gefunden hat, zieht er zusammen mit Iris Arndt los.

Am Fahrradlenker hängen dann zwei weiße Eimer. Darin stecken Bretter, Nägel, Zange und Hammer. Die Senioren aus Lohne haben alles dabei, was sie für den Bau von Nisthilfen brauchen. Überall, wo der Brutraum groß genug, die Vögel sicher vor Waschbären sind und sich der Einsatz lohnt, packen die beiden an.

Er war ein Einzelkämpfer

Angefangen hat alles 1975. Damals hat Wackerbarth seinen ersten Nistkasten beim Forstamt in Fritzlar gekauft. Er hat ihn im Garten aufgehangen. „Groß eingestiegen bin ich 1986. Als Einzelkämpfer“, erinnert sich der Senior. Er hat Nistkästen gebaut, gekauft, verkauft und im Wald platziert. Auch wenn ihm die Höhlenbrüter stets am Herzen lagen, gesundheitliche Probleme zwangen ihn zur Pause.

Bis Iris Arndt und ihr inzwischen verstorbener Mann Günter ihn vor sieben Jahren angesprochen haben. Aus dem Einzelkämpfer wurde ein Trio. Sie haben die alten Kästen wieder auf Vordermann gebracht, im Frühjahr ungezählte Stunden in den Vogelschutz gesteckt.

30 Nistplätze

Im Februar dieses Jahres hatte Wackerbarth die Idee zu weiteren Nisthilfen abseits der klassischen Nistkästen (siehe weiteren Artikel). „Das ist das Pilotprojekt“, erklärt er. In einem ersten Schwung haben Arndt und Wackerbarth 30 Nistplätze geschaffen. Noch seien erst gut die Hälfte von ihnen belegt. „Manche Vögel brauchen ihre Zeit, bis sie eine Brutgelegenheit annehmen“, sagt Iris Arndt. Sie ist zuversichtlich, dass in der nächsten Brutsaison alle Plätze belegt sind. Jahr für Jahr soll so die Population der Höhlenbrüter vermehrt werden. Davon profitiere auch der Wald.

„Die Meisen sind die eifrigsten Schadinsektenvernichter unter den Singvögeln“, betont Wackerbarth. Das Duo trage dazu bei, dass der Wald gesund bleibt.

Fortsetzung folgt

Jetzt, wo der Dachsberg versorgt ist, soll es nächstes Jahr auf dem Hasenberg und im Lohner Holz weitergehen. Arbeit genug also für Wackerbarth und Arndt. Wie stecken die beiden so viel Energie in den Vogelschutz? „Man muss schon positiv verrückt sein. Sonst klappt das nicht.“

Von Anke Laumann

Quelle: HNA

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