Die Pumuckl-Gruppe der Kindertagesstätte Osterbach hat Bäume gepflanzt.

So wächst eine Eiche

Mit viel Eifer: Die Kindergartenkinder pflanzen Eichen. Emil Klöpfel, Merle Ebert, Fynn-Luca Kube, Hans-Dieter Kube (von links) und vorne Alexander Posein zeigen, wie es geht. Foto: Nieswandt

Mörshausen. Gut gerüstet macht sich Alexander Posein auf den Weg. Er trägt Gummistiefel, eine Regenhose und hat eine kleine Eiche in einem Topf in der Hand. Der Sechsjährige aus Kindertagesstätte Osterbach möchte gemeinsam mit 14 anderen Kindern und den Erzieherinnen die selbst gezogenen Setzlinge einpflanzen.

„Damit ich später die Eicheln ernten kann“, sagt Alexander über sein Ziel. Erzieherin Brigitte Michelbach freut sich, dass die Kinder sich für die Natur interessieren: „Alexander hat uns auf die Idee gebracht, Bäume zu ziehen und diese dann in den Wald zu setzen.“ Die Pumuckl-Gruppe des Kindergartens habe mehrfach versucht, aus Apfelkernen Bäume zu ziehen, doch dies sei nicht gelungen.

Baum im Kinderzimmer

„Ich habe zufällig in meinem Garten Eicheln gefunden, die schon ausgespritzt waren“, sagt Michelbach. Diese habe sie dann zusammen mit den Kindern gezogen, bis sie so groß waren, dass man sie aussetzen konnte.

„Die Kinder haben gemerkt, dass etwas passiert, wenn man sich um eine Pflanze kümmert, dass sie wächst. Sie wollten sie mit in ihr Kinderzimmer nehmen“, sagt die Erzieherin. Es sei schwierig gewesen, sie davon zu überzeugen, dass der Baum nicht im Garten der Eltern oder gar im Kinderzimmer wachsen könne.

Deshalb sei die Pflanzaktion, die zum ersten Mal stattfand, etwas ganz Besonderes für die Gruppe. Eifrig hantierten die Kinder mit kleinen Hacken und buddelten Löcher, damit es die kleinen Eichen auch schön haben. Das Waldstück stellte der Verein für Waldinteressierte Mörshausen zur Verfügung. Das Gelände liegt nah am Dorf, damit die Kinder immer nachsehen können, wie es ihren Bäumen geht und wie groß sie geworden sind.

Damit die Bäumchen nicht von Rehen abgebissen werden, werden sie mit Plastikumrandungen geschützt; so lange, bis sie groß genug sind. Die Gruppe geht einmal die Woche in den Wald. Die Erzieherinnen Petra Knierim und Corina Wierer haben den Waldgang eingeführt, weil die Kinder sich so freier bewegen können. Der Wald beruhige die Kinder, und es gebe immer etwas zu entdecken. Spielerisch lernen sie Tiere und Pflanzen kennen.

Und wenn die nächste Jahreszeit kommt, möchte Alexander auf jeden Fall erfahren, wie es seinem Bäumchen ergangen ist.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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