Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs

Waggons brannten lichterloh: 1945 stürzte in Malsfeld ein Zug in die Fulda

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Unvergessen in Malsfeld: Im März 1945 verunglückte ein Zug auf der Kanonenbahnbrücke. Dabei wurden 16 Waggons in die Tiefe gerissen, die Brücke zerstört. Karl Mihm will dieses Ereignis nicht in Vergessenheit geraten lassen.

Malsfeld. Karl Mihm liegt die Malsfelder Geschichte am Herzen. Er setzt sich dafür ein, dass die Erinnerungen an wichtige Ereignisse im Ort erhalten bleiben. Vor allem zwei Ereignisse sind es, die der Zeitzeuge im Bewusstsein der Malsfelder erhalten will:

Das Eisenbahnunglück, das sich 1945 auf der Kanonenbahnbrücke ereignete und das ehemalige Basaltwerk, das es in Malsfeld gab.

Karl Mihm war zehn Jahre alt, als sich kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges das Eisenbahnunglück auf der Kanonenbahnbrücke am Malsfelder Ortsausgang - Richtung Obermelsungen - geschah.

Damals stürzten 16 mit Kleidern und Waffen beladene Waggons von der Brücke in die Fulda. Dabei rissen sie einen Teil des Bauwerks mit in die Tiefe. "Wir dachten alle sofort an Fliegerbomben, als wir den Lärm hörten", erinnert sich Mihm. Der entstand auch dadurch, dass die Waggons den ersten Brückenbogen mit sich rissen.

"Die herab gestürzten Trümmer und Waggons brannten lichterloh, was den Malsfeldern damals große Angst bereitete: In der Sorge, dass der Feuerschein vielleicht feindliche Flieger anlocken würde, quartierten sie die Einwohner vom Unterdorf ins Oberdorf um, berichtet Karl Mihm. Menschen kamen damals nicht zu Schaden. "Wäre der Zug aber mit scharfer Munition beladen gewesen, hätte es ein noch viel größeres Unglück gegeben", sagt Mihm. Die Spuren dieses Unglücks sieht man noch heute: An vielen Pfeilern sind Steine abgeplatzt - vermutlich durch die große Hitze, die das Feuer abgab.

Auch die Erinnerung an das Niederhessische Basaltwerk in Malsfeld will Mihm erhalten. Hinter der heutigen Fuldatalhalle, verdeckt hinter großen Bäumen und viel Gras, blitzen noch Gebäudereste des Basaltwerkes hervor.

Von Christina Grenzebach

Quelle: HNA

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