Spielothek in Jesberg scheitert an neuem Gesetz – Bürgermeister gegen solche Einrichtungen im Ort

Die Wahl zwischen Pest und Cholera

Jesberg. Der Eigentümer des ehemaligen Edeka-Marktes an der Frankfurter Straße in Jesberg will in dem Gebäude drei Spielotheken in einer Größe von je 200 Quadratmetern einrichten. Dafür sei eine formale Veränderung des Bebauungsplanes nötig, sagte Bürgermeister Schlemmer in der Sitzung der Gemeindevertreter in Elnrode/Strang.

Für die Gemeinde bedeute aber eine solche Bauvoranfrage die Wahl zwischen Pest und Cholera: Die Pest stünde für den drohenden Leerstand, die Cholera für das Projekt Spielhalle. Solche Einrichtungen erfreuten sich zwar großer Beliebtheit, doch zögen sie oft auch schlimme Folgen nach sich. Das Gebäude, indem zurzeit das Landkaufhaus untergebracht ist, besteche durch seine exponierte Lage an der B 3.

Doch sei zurzeit ein Gesetzentwurf in Arbeit, der Spielhallen dieser Größenordnungen in Dörfern verhindern soll. Damit ändere sich die Rechtslage für Spielotheken, sagte Schlemmer: Denn selbst wenn die Gemeindevertretung den Antrag beschließe, würde die Genehmigung nach der neuen Rechtslage zum 31. Dezember 2012 automatisch erlöschen. Damit erübrige sich die Bauvoranfrage.

Bürgermeister Schlemmer zeigte sich alles andere als traurig über diese juristische Vorgabe: „Wir wollen unbedingt Gewerbe am Ort halten – aber nicht unbedingt Spielotheken.“ (bra)

Quelle: HNA

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