Siegel für Nachhaltigkeit

Besser Interessentenwald bestand TÜV-Prüfung

Zufrieden mit dem Ergebnis der Überprüfung: Von links Willy Leidheiser, Vorsitzender der Waldgenossenschaft Besse, Niels Plusczyk, Forst-Ingenieur und Prüfer vom TÜV Rheinland, Karl-Gerhard Nassauer, Forstamtsleiter Jesberg, und Klaus Polter, Revierleiter für Besse. Foto: Privat

Besse. Im Besser Wald wird nachhaltig gewirtschaftet. Das ist das Ergebnis einer Überprüfung, dem sich der Interessentenwald des Edermünder Ortsteils kürzlich unangemeldet stellen musste, um das für die Holzvermarktung wichtige PEFC-Siegel zu erhalten (siehe auch Hintergrund).

Forst-Ingenieur und Sachverständiger Niels Plusczyk vom TÜV Rheinland überprüfte den 335 Hektar großen Gemeinschaftswald gemäß der PEFC- Kriterien. Sein abschließendes Urteil: Die Standards werden vorbildlich umgesetzt, der Besser Wald in den Langenbergen ist in einem guten Zustand.

Zusammen mit dem Leiter des Forstamtes Jesberg, Karl-Gerhard Nassauer, sowie dem zuständigen Revierleiter Klaus Polter informierte Willy Leidheiser, der Vorsitzende der Besser Waldgenossen, über den gesamten Geschäftsablauf des Forstbetriebes.

Der Prüfer ließ sich zum Beispiel die Bescheinigungen darüber zeigen, dass die Unternehmen, die im Wald arbeiten, ebenfalls entsprechende Zertifizierungs-Standards einhalten, etwa die Verwendung von umweltschonendem Spezialkraftstoff und Bio-Ölen für die Motorsägen.

Wichtig war ihm auch, ob die Privatleute – so genannte Selbstwerber – beim Brennholzmachen den Nachweis über den Motorsägen-Führerschein verfügen. Der Prüfer ließ sich zudem Rechnungen und Zertifikate zeigen, die dafür bürgen, dass bei zusätzlichen Anpflanzungen nur Pflanzen verwendet werden, die auf den vorgesehenen Standorten heimisch sind.

Nach dem Büro ging es in den Wald – zu vom Prüfer selbst ausgewählten Stellen. Dort überzeugte er sich insbesondere vom fachgerechten Holzeinschlag anhand der Sägeflächen an den Wurzelstöcken.

Großen Wert legte er auf die Naturverjüngung. Wichtig ist, unter anderem Mischbestände aus standortgerechten Baumarten und eine ausgeglichene Altersklassen-Struktur bei den Bäumen zu erhalten.

Kahlschläge werden grundsätzlich unterlassen. Waldböden dürfen nur auf vorgegebenen Rücke-Gassen befahren werden, Totholz wird zum Schutz der biologischen Vielfalt im angemessenen Umfang erhalten. Bei der Waldbewirtschaftung werden aber auch die Erholungsfunktion und der ästhetische Wert des Waldes berücksichtigt. Empfehlungen gab es zur Mäusebekämpfung.

„Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit Ihrer Arbeit“, so seine Beurteilung der Prüfungsabschnitte. „Wirkliche Bedenken hatte ich nicht. Ich weiß, dass mein Mitarbeiter Klaus Polter und Willy Leidheiser von der Waldgenossenschaft sich seit Jahren vorbildlich um den Besser Wald kümmern“, sagte Forstamts-Leiter Karl-Gerhard Nassauer. (ula)

Quelle: HNA

Kommentare