Eibe - ein Projekt der Blankertz-Schule zur Eingliederung in die Berufswelt

Der Wald als Lernort

Projekt Eibe: Die Pädagogen Horst Fröhlich, Jörg Wagner und Forstmann Uwe Huber mit Schülerinnen und Schülern der Herwig-Blankertzs-Schule. Foto: zih

Wolfhagen. Eine Woche lang hatten Schüler der Wolfhager beruflichen Herwig-Blankertz-Schule ihr Klassenzimmer in die Natur verlegt. Lern- und Ausbildungsort war für sie der Wald rund um das ehemalige Oelshäuser Forsthaus Hundsberg. Dort war unter Leitung der Pädagogen Jörg Wagner und Horst Fröhlich sowie den für das Revier Bad Emstal zuständigen Hessenforstbeamten Uwe Huber Lernen und Arbeiten im Projekt Eibe angesagt.

Mit Eibe ist nicht der immergrüne Baum gemeint, sondern der Begriff steht für Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt, ein Förderprogramm des Landes Hessen in Kooperation mit dem Europäischen Sozialfonds.

Zielgruppen sind benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene zwischen dem 16. und 19. Lebensjahr, die von Arbeitslosigkeit bedroht sind, beziehungsweise keinen Schulabschluss haben. Jörg Wagner, Lehrer und Eibe-Koordinator an der Herwig-Blankertz-Schule: „Die betroffenen Schüler sollen nicht nur einen Einblick in die Arbeitswelt bekommen, sondern auch allgemein verbindliche soziale Strukturen und Standards lernen.“ Dazu gehören zum Beispiel Pünktlichkeit, Kontinuität bei der Arbeit, Verlässlichkeit, Eigeninitiative und Teamgeist.

Die Blankertz-Schüler, die in der Schule bisher überwiegend in Metallberufen Erfahrungen sammelten, pflanzten nun Bäume, pflegten bereits angelegte Kulturen, sicherten sie gegen Wildverbiss, bauten Hochsitze und Wildchutzgatter. Horst Fröhlich: „Forstleute übernehmen mit ihrer Arbeit Verantwortung für zukünftige Generationen, in dem sie ein auf Jahrhunderte ausgelegtes Ökosystem hegen, pflegen und schützen.“ Wenn die Eibe-Projektteilnehmer allein diese für alle Menschen wichtigen Lebensgrundlagen im nachhaltigen Umwelt- und Naturschutz ohne die ihnen oft unterstellte „Null-Bock-Mentalität“ begriffen und verinnerlichen, so Fröhlich, sei dies „schon die halbe Miete von Eibe“.

Positive Bilanz

Beide Lehrer und auch der Forstmann zogen eine positive Bilanz des Projektverlaufs. „Alle haben toll mitgezogen. Jetzt liegt es an ihnen, die Weichen für ihre berufliche Zukunft selbst zu stellen.“

Einen ersten Schritt haben sie dafür mit Eibe zurückgelegt. Denn das Waldpraktikum war ein Teil zum Erlangen des Hauptschulabschlusses. Für zwei der acht Teilnehmer hat sich dieses Zertifikat bereits ausgezahlt - sie haben die Zusage für einen Ausbildungsplatz. (zih)

Quelle: HNA

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