Privatleute haben Interesse, doch das Angebot ist rar

Wald als Ware ist ein seltenes Gut

Schwalm-Eder. Wer einen Wald sein eigen nennt, gibt davon in der Regel keinen Quadratmeter ab. Denn Wald gilt ebenso wie Immobilien als sichere, wenn auch langfristige Geldanlage. Wer Wald kaufen will, wird aber selten fündig. Das Angebot ist deutlich geringer als die Nachfrage.

Klaus Lehmann vom Forstamt Melsungen erinnert sich an einen Preis von 2 D-Mark vor 20 Jahren. Der ist mit umgerechnet einem Euro stabil geblieben. Lage und Baumbestand spielen die entscheidende Rolle. Die Preise, so Lehmann, setzen sich aus dem Wert des Bodens und dem Bestandswert zusammen. „Es macht eine erhebliche Preisdifferenz aus, ob beispielsweise überwiegend zehn Jahre alte Fichten wachsen oder ob dort 130 Jahre alte Buchen stehen.“ Und auch, wie viele Bäume überhaupt vorhanden sind.

Mindestens 1000 Hektar

Als Spekulationsobjekt tauge Wald jedoch nicht, so Lehmann weiter. Auch die Rendite sei relativ gering. Eigener Wald lohne sich zudem erst ab etwa 1000 Hektar. Dann könne man mit einem jährlichen Ertrag von 50 Euro pro 10 000 Quadratmeter rechnen, abzüglich Steuern. Eine große Fläche und eine gute Mischung mit Laub- und Nadelholz unterschiedlichen Alters gelten als Pluspunkte.

Während im Bereich des Forstamtes Melsungen östlich der Autobahn überwiegend Staats- und Gemeindewald vorzufinden ist, erstrecken sich westlich der A 7 große Flächen an Privatwäldern. 1300 Hektar gehören Einzelpersonen oder Erbengemeinschaften, 1600 Hektar sind Interessentenwälder. Wenn ein Mitglied seinen Anteil verkauft, kommen Privatleute und Hessen-Forst zum Zug.

Auch wenn Wald zum Verkauf eher selten ansteht, so bestätigen Ausnahmen die Regel: Finanzielle Gründe oder weil die Erben zu dem grünen Erbe keinen Bezug haben, führen dazu, dass Privatwald angeboten wird.     Zum Tage, Hintergrund, 2. SEITE

Von Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

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