Forstämter: "Richtig gutes Jahr"

Waldbericht: Bäume im Schwalm-Eder-Kreis haben sich etwas erholt

+
Waldarbeit bringt gutes Geld: Die Forstämter im Landkreis sind mit dem betriebs- und forstwirtschaftlichen Ergebnis des Jahres 2013 zufrieden.

Schwalm-Eder. Die Forstämter im Landkreis sind sich einig: Das vergangene Jahr war ein richtig gutes für den Wald. Der viele Regen, der im Frühjahr fiel, habe den Bäumen die Gelegenheit gegeben, sich vom Stress der trockenen Vorjahre zu erholen, sagen die Leiter der drei Forstämter im Landkreis.

Ob aber das eher nasse Jahr 2013 ausreicht, um stark gefährdete Arten wie die Fichte auf Dauer in der Region zu halten, ist fraglich. Die Fachleute sind da geteilter Meinung. „Die Fichte wird sich aus unserer Region komplett verabschieden“, ist sich Karl-Gerhard Nassauer, Leiter des Forstamts in Jesberg sicher. Der Baum habe einen extrem hohen Wasseranspruch - der aber wegen des Klimawandels und der damit verbundenen Trockenheit immer seltener erfüllt werden könne. Mit der Fichte sei deswegen langfristig nur noch in Hochlagen des Kellerwaldes und im Knüll zu rechnen, denn mit jedem Höhenmeter verbessere sich auch die Wasserversorgung, sagt Nassauer. Wenn die nicht gegeben sei, werde der Baum schwach und anfällig für Borkenkäfer.

Sein Melsunger Kollege Christian-Peter Foet sieht nicht ganz so schwarz: „Die Fichte wird es in Hessen auch weiter mit deutlichen Anteilen geben,“ sagt er. Das Melsunger Forstamt pflanze zwar an trockenen Risikostandorten längst die widerstandsfähigeren Douglasien. Dennoch gebe es in Nordhessen nach wie vor gute Standorte mit viel Wasser und wenig Wind, also dem, was die Fichte mag.

Generell aber sei das Jahr 2013 ein gutes Waldjahr gewesen, sagen die Forstfachleute. Es sei von großen Niederschlagsmengen, wenigen Stürmen und guten Wirtschaftszahlen geprägt, zudem hätten sich keine Unfälle ereignet. Außerdem legten die Forstämter den Fokus auf die Nachhaltigkeit: „Wir haben überall deutlich weniger eingeschlagen, als zugewachsen ist“, sagt Nassauer.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

Kommentare