Gemälde des verstorbenen Malers Handel Evans sollen nochmal ausgestellt werden

Ein Waliser in Nordhessen

Mensch und Maschine: Dieses Thema zieht sich durch Handel Evans’ Werke. Hier sein Bild „Analytic Head“ (Analytischer Kopf).

KNÜLLWALD-Remsfeld. Jahrzehntelang bewohnte er den Stückhof in Remsfeld: Handel Cromwell Evans – ein außergewöhnlicher Künstler mit einem außergewöhnlichem Namen. Seine Mutter benannte ihn nach dem Komponisten Georg Friedrich Händel. Und das passte, denn Evans war nicht nur begabter Maler, sondern auch ein begabter Pianist.

Der gebürtige Waliser – geboren wurde er 1932 in der Stadt Pontypridd im südlichen Wales – ist in seinem Leben viel herumgekommen: Malunterricht in der Karibik, Studium in Rom, Arbeit in Paris. Doch seine Heimat fand er in Nordhessen, auf dem Stückhof in Remsfeld. Dort richtete er sich in den 1980er-Jahren zusammen mit dem Bildhauer Ewald Rumpf ein kleines Künstlerparadies ein.

Wahlheimat in Nordhessen

Auch seinen Durchbruch als Künstler hatte Evans in Nordhessen: Seit den 1970er-Jahren beschäftigte er sich mit dem Thema Mensch und Maschine. Unter anderem malte er auch Bilder zum Grubenunglück in Stolzenbach. Seine Ausstellung „Kraftwerk Broken“ im Jahr 1995 bei der ehemaligen Firma Preussen Elektra machte ihn schlagartig bekannt.

„Die Borkener Ausstellung war sein Durchbruch. Er hatte danach seine beste Zeit. Er brauchte sich nicht mehr so viele Geldsorgen machen, weil es genug Auftragsarbeiten gab,“ sagt seine damalige Kunstagentin, Annemarie Pape.

Von diesem Erfolg konnte der Künstler nicht lange profitieren: Im Januar 1999 starb der Künstler an einer schweren Grippe. Danach verschwanden seine Bilder aus der Öffentlichkeit, denn seine Mutter Maryann Quinn Evans konnte sich nicht um das Erbe kümmern. Nach ihrem Tod 2006 gingen die Werke in den Besitz des Landes Wales über und hängen heute im Universitätsmuseum von Aberystwyth in Wales. Einige Bilder seien auch im Privatbesitz einer englischen Familie, sagt Pape.

Auch in Nordhessen hängen noch Bilder: im Borkener Rathaus. Die Stadt kaufte nach der Ausstellung bei Preussen Elektra vier Gemälde. „Die Bilder hängen im Rathaus und werden in Ehren gehalten,“ sagt Jürgen Meyer von der Stadt Borken.

Zurzeit wird der Maler auch in England wiederentdeckt: 2010 wurden Bilder aus Handel Evans’ Homberger Zeit in England angeboten. Annemarie Pape würde gerne eine Ausstellung in Borken organisieren. „Es wäre ganz in Handel Evans’ Sinn, dort nochmal seine Bilder zu zeigen – schließlich fühlte er sich in Nordhessen zuhause.“

Von Eva Trolp

Quelle: HNA

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