Produkt aus Müllverbrennung

Lärmschutz-Wall an A49 soll aus Müll-Schlacke gebaut werden - kostenlos

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Hier könnte ein Lärmschutzwall entstehen: Die A49 bei Edermünde Holzhausen/Hahn.

Edermünde. Ein Edermünder und ein Kasseler Unternehmen haben Interesse, entlang der Ostseite der A 49 bei Holzhausen/Hahn in Richtung Dissen einen Lärmschutzwall zu bauen, und zwar kostenfrei.

„Das ist eine einmalige Chance, sehr kostengünstig eine wegweisende Verbesserung des Lärmschutzes für Holzhausen zu erreichen“, sagt Günther Schumann, Sprecher der Interessengemeinschaft Lärmschutz (IgL) an der A 49, die zu einem Treffen eingeladen und informiert hatte.

Zunächst war es nur eine Edermünder Firma, die das Angebot machte, inzwischen kam ein zweites hinzu. Das bestätigte Edermündes Bürgermeister Thomas Petrich. Bereits seit dem Frühjahr gebe es diesen Vorschlag, das Schlacke-Material aus der Müllverbrennung in einem Wall zu verarbeiten.

„Ein Beispiel für eine solche Baumaßnahme ist der große Lärmschutzwall an der A 44 bei Kassel-Nordshausen“, sagt Petrich. Auch dort werde dieses Material verwandt, wenn auch in wesentlich größerem Ausmaß.

Die Schlacke, die bei der Verbrennung von Müll anfällt, sei grundsätzlich unbedenklich, betont der Bürgermeister. Es dürfe lediglich wegen eines noch vorhandenen Salzgehalts nicht in Wasserschutzgebieten verbaut werden. Die Unternehmen werden dafür bezahlt, das Material abzuholen und suchen dann nach Wegen, es sinnvoll einzusetzen - etwa beim Bau solcher Lärmschutzwälle.

Die Gemeinde muss nun politisch entscheiden, ob sie die notwendigen planerischen Vorarbeiten, etwa zum Landbedarf, selbst übernehmen oder an andere vergeben will. Hessen-Mobil habe das abgelehnt, sagt Petrich. Es soll jetzt über eine Machbarkeitsstudie nachgedacht werden.

IgL-Sprecher Schumann ist sicher, dass das Projekt realisierbar ist, wenn alle gemeinsam daran arbeiten. Es werde den Lärmschutz deutlich verbessern.

Initiative engagiert sich seit 2013 

Seit 2013 engagiert sich die Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 (IgL) in Edermünde-Holzhausen, um zu erreichen, dass die starke Lärmbelastung der Einwohner an der Autobahn, die direkt durch den Ort geht, geringer wird. Sie organisierte Bürgerversammlungen, rief zu Protestveranstaltungen auf, wandte sich immer wieder an lokale und regionale Politiker, forderte Verkehrszählungen und setzte sie durch.

Das Tempolimit auf 100 km/h im Bereich Holzhausen war der erste deutliche Erfolg der Bemühungen. Zudem soll der vorhandene Lärmschutzwall ab August erhöht werden. Nächstes Ziel: Austausch des lauten Fahrbahnbelags.

Quelle: HNA

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