Walter Schaub hat aus Trafo-Station ein Lichthaus gemacht

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Mit der über 60 Jahre alten NSU zum 120 Jahre alten Lichthäuschen: Der Oelshäuser Walter Schaub hat das ehemalige Trafo-Häuschen von der EAM übernommen und vor sieben Jahren renoviert.

Oelshausen. Für Walter Schaub ist es das Lichthäuschen. Als die EAM die Trafo-Station oberhalb der B251 vor einigen Jahren abreißen wollte, hatte der Maurermeister es hergerichtet.

Gekauft hat er das markante Gebäude mit dem quadratischen Grundriss für einen Euro. Es sollte „einfach nur schön aussehen“, meint der 73-Jährige. Und das tut es auch. Doch nicht nur das. Nachdem der Energieversorger die Technik ausgebaut hatte, legte der Handwerker los. Er zog im Turm über der ersten Etage eine Zwischendecke ein und stattete das etwa 120 Jahre alte Transformatorengebäude mit neuen Fenstern aus. Sein Sohn Mathias, ein Zimmermann, half beim Einbau zweier Holztreppen. Helle Farbe sorgt innen und außen für ansehnliche Frische. Die Wände im ersten Stock sind gespickt mir Erinnerungen; Fotos seiner Schwiegereltern und der Großeltern seiner Ehefrau Herta halten die Vergangenheit lebendig.

„Uns fehlt die Zeit“ 

Gemütlicher Rückzugsort: Im ersten Stock steht eine Sitzgruppe.

Ein Sofa, vier Sessel und ein kleiner runder Tisch machen die zwölf Quadratmeter im ersten Stock zu einem gemütlichen Rückzugsort. Allerdings können Walter Schaub und seine Frau die Tage an einer Hand abzählen, an denen sie seit Fertigstellung vor sieben Jahren die Beine in ihrem Lichthäuschen hochgelegt haben. „Uns fehlt die Zeit. Wir haben immer etwas zu tun“, sagt der Rentner. Da das gelbe Häuschen nur einen Steinwurf entfernt liegt vom Friedhof und immer wieder Leute vobeikommen, die die Gräber ihrer verstorbenen Familienangehörigen besuchen, „müssten wir wohl viele Gespräche führen“, sagt der 73-Jährige mit einem amüsierten Lächeln. „Mit der gewünschten Ruhe hätte das dann nichts zu tun.“

Erinnerungen eingezogen

Blick durchs Bullauge: Unter der Brücke ist die B251. Auch Walter Schaub Wohnhaus ist zu sehen.

Die Trafo-Station hatte schon immer einen Platz in Schaubs Leben. Die Familie bestellte den angrenzenden Garten. Heute ist es seine Frau, die dort Gemüse anbaut und erntet. Als Knirps spielte er mit Freunden in der Nähe des Trafo-Hauses. Von Istha kam der Strom über Freileitungen nach Oelshausen und wurde weiter nach Burghasungen transportiert. In der Trafo-Station wurde die höhere Spannung der elektrischen Energie in eine niedrigere Spannung umgewandelt. Jeder Ort hatte sein Transformatorenhaus. Mit der Verlegung von Erdkabeln wurden viele der hübschen Turmstationen überflüssig. „Das Trafo-Häuschen in Burghasungen gibt es nicht mehr“, sagt der Oelshäuser. Hin und wieder interessieren sich Naturschützer für die schlanken Bauwerke. In das in Bründersen sind Fledermäuse eingezogen. Und in das Oelshäuser Erinnerungen.

Quelle: HNA

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