Pink Fir Apple

Dr. Walter Weymann aus Breuna baut Kartoffel des Jahres an

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Schmal, fingerförmig, köstlich: Pink Fir Apple. Dr. Walter Weymann aus Breuna ist von der Sorte überzeugt, die Kartoffel des Jahres 2013 ist.

Breuna. Sie ist ein eher zartes, schmales Geschöpf. Die zahlreichen Wucherungen geben der hörnchenförmigen Knolle nicht unbedingt ein hübsches Erscheinungsbild. Dafür aber hat die Kartoffel einen klangvollen Namen – Pink Fir Apple oder auch Rosa Tannenzapfen.

Sie wurde jetzt zur Kartoffel des Jahres 2013 ernannt. Nebenerwerbslandwirt Dr. Walter Weymann aus Breuna baut die Knolle an.

Nussige Delikatesse

Die ist Kartoffel ausgesprochen selten. Erstmals erwähnt wurde sie in Deutschland vor dem Jahr 1850. Den Agraringenieur würde es wundern, wenn es außer ihm im Landkreis Kassel noch jemanden geben würde, der Pink Fir Apple anbaut. Sie ist eine von etwa 40 alten Kartoffelsorten, um deren Fortbestand sich der 51-Jährige kümmert. „Sie ähnelt sehr dem vielleicht etwas bekannteren Bamberger Hörnchen“, sagt Weymann. Der Kartoffelfan beschreibt den Geschmack des Rosa Tannenzapfens als nussig. „Sie ist eine Delikatesse.“

Dr. Walter Weymann

Da sie festkochend sei, ließen sich aus ihr wunderbar Salate herstellen; für Pürees hingegen sei sie nicht geeignet. Ende April, Anfang Mai will Walter Weymann die Kartoffel in den Acker setzen. Ernten wird er sie im September. Und dann geht es an die Vermarktung, etwa bei den Pomologentagen in Naumburg, der Kasseler Herbstmesse und beim Nordhessischen Spezialitätenfestival in Melsungen. Hin und wieder werde er auch von Restaurantchefs angefragt.

Nicht im Handel zu kaufen

Im Handel gibt es Pink Fir Apple nicht. Das wollten die wenigsten Kunden bezahlen. Denn maschinell lässt sich die Kartoffel mit den Ausstülpungen nicht ernten. Wer die Knollen genießen möchte, muss sie zuvor behutsam roden und mit der Hand auflesen. Zudem hat die Pflanze einen vergleichsweise geringen Ertrag – vielleicht 30 bis 40 Prozent von dem, was verbreitetere Sorten wie etwa Linda abwerfen, sagt der Landwirt.

Der Breunaer schätzt, dass die zehn bis zwölf Kartoffelsorten, die es im Supermarkt gibt, etwa 80 Prozent des Marktes abdecken.

200 Sorten im Handel

Das ist erstaunlich, immerhin sind in Deutschland etwa 200 für den Handel zertifizierte Saatgutsorten zugelassen. Schätzungen gehen davon aus, dass es weltweit zwischen 5000 und 8000 verschiedene Kartoffelvarianten gibt.

Quelle: HNA

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