Wanderern den Weg weisen

Familie Knoch aus Wincherode kümmert sich um einen Teil des Wanderweges X10

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Bianca, Jörg und Maximilian Knoch sind rund um den Knüll regelmäßig zu Fuß unterwegs und kümmern sich um die Zeichnung und Pflege der Wanderwege.

Wincherode. Bianca, Jörg (beide 40) und Maximilian Knoch (8) aus Wincherode können sich in ihrer Freizeit kaum etwas schöneres vorstellen, als die Region zu Fuß zu erkunden.

Die Familie wandert nicht nur mit Vorliebe in den Alpen, auch der Knüll mit seinen Wegen und der hügeligen Landschaft ist nach wie vor reizvoll.

Seit Kurzem gehört zur Ausrüstung der Knochs nicht nur der Rucksack mit Proviant, sondern auch noch allerlei Material: Hammer, Zange, kleine Metalltäfelchen und Aufkleber. Bianca und Markus Knoch sind verantwortlich für einen Teilbereich des Wanderweges X10. Dazu hat das Paar ein Wegezeichnungs-Seminar beim Knüllgebirgsverein absolviert.

Vor einigen Jahren haben sich Knochs dem Zweigverein Neukirchen angeschlossen. „Damals übernahm der Verein eine Patenschaft für den Kindergarten, in den unser Sohn ging“, erinnert sich Bianca Knoch. Ihr habe es gefallen, dass der Nachwuchs fürs Wandern begeistert werden sollte. Paten sind die Wincheröder jetzt auch irgendwie für eine etwa zehn Kilometer lange Strecke des so genannten „Schwälmer Wegs“ - von Schrecksbach über Wincherode, Nausis, Schorbach und Weißenborn.

Der komplette Wanderweg ist 76 Kilometer lang und Teil der Strecke von Niederklein nach Haunetal-Neukirchen. „Das Wegkreuz ist ausgerechnet hier in Wincherode“, erläutert Jörg Knoch. Im kleinen Ort träfen drei Fernwanderwege aufeinander.

Gut gegen Ärger 

Umso wichtiger sei da eine exakte Beschilderung. „Es gibt nichts Ärgerlicheres als nicht zu wissen, in welche Richtung man laufen muss“, sagen Knochs.

Im Seminar hat das Paar gelernt, wie die Markierung der Wege funktioniert. Die Zeichen sollten dem darauf zugehenden Wanderer etwa schon aus weiterer Entfernung auffallen - das nennt man Sichtmarkierung. In welchen Abständen markiert wird, hängt übrigens von der Übersichtlichkeit ab: „Damit die Wanderer sicher sind, dass sie auf dem rechten Weg sind, ist es sinnvoll im Abstand von etwa 200 Metern Zeichen anzubringen“, erklären Knochs.

Richtiges Verhalten 

Auch das richtige Verhalten im Wald und beim Wegweisen will gelernt sein: Dazu gehört, dass man sich mit dem zuständigen Förster abstimmt, keine Leuchtpfosten oder Straßenschilder beklebt. Und alte Markierungen entfernt. Grundsätzlich werde immer dort eine Markierung angebracht, „wo man mehrere Richtungen zur Auswahl hat“. Und man müsse natürlich daran denken, den Weg aus beiden Richtungen zu beschildern.

Wie häufig die Wincheröder ihren Teilbereich ablaufen, ist ihnen überlassen. „Wichtig ist es beispielsweise nach dem Winter und bei sich verändernder Vegetation“, erklären sie. „Es ist auch mal nötig, Äste wegzuschneiden oder die Markierungen vom Schmutz zu befreien.“

Für Familie Knoch ist die Aufgabe mehr Kür als Pflicht: „Wir sind sowieso gern zu Fuß unterwegs. Da kann man doch etwas für die Allgemeinheit tun.“ (zsr)

Quelle: HNA

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