Nach Sturmschäden knietief im Schlamm: Wandern auf eigene Gefahr

Matsch und tiefe Furchen: Früher ritt Amelie Rübsam gern mit ihren Pferden von Wollrode nach Wellerode. Zurzeit muss sie darauf verzichten, weil der Waldweg in einem miserablen Zustand ist. Fotos: De Filippo

Wollrode. Noch vier Kilometer bis nach Wellerode: Wer sich zu Fuß auf den Weg macht, wird allerdings kaum am Ziel ankommen. Denn tiefe Furchen durchziehen den Weg. Matsch, wohin das Auge blickt.

Umgekippt: Ein Schild weist auf den Wanderweg hin, der keiner mehr ist.

„Der Zustand des Weges ist in den vergangenen vier Jahren immer schlimmer geworden“, sagt Amelie Rübsam aus Wollrode. Früher hat sie häufiger mit ihren Islandpferden Ausflüge nach Wellerode unternommen. Jetzt ist das nicht mehr möglich. Die Tiere rutschen auf dem Schlamm weg, und ein Ritt auf dem Waldweg gleicht einem Hindernislauf.

Wie die Furchen entstanden sind, liegt auf der Hand. Nach heftigen Stürmen in den vergangenen Jahren musste das Holz abtransportiert werden. Wo die Forstmaschinen unterwegs waren, ist deutlich erkennbar. „Wir kamen mit den Arbeiten gerade in diesem Jahr kaum nach“, sagt Christian-Peter Foet, Leiter des Melsunger Forstamts.

Nach den Stürmen Kyrill und Xynthia hätten seine Mitarbeiter lange gebraucht, um alle Schäden zu beseitigen. Anschließend seien alle Waldwege wieder hergerichtet worden. „Wir haben enorme Summen in diese Arbeiten investiert.“

Aber auch Gewitterstürme hätten dieses Jahr immer wieder große Schäden in den Wäldern angerichtet. „Wenn wir fertig mit den Aufräumarbeiten waren, mussten wir von vorn anfangen“, berichtet Foet. Dennoch seien inzwischen nahezu alle Waldwege wieder in einem hervorragenden Zustand – und die Strecke zwischen Wollrode und Wellerode eine Ausnahme.

Begeisterte Reiterin: Amelie Rübsam mit einem ihrer drei Island-Pferde. Ausflüge im Wald sind inzwischen eine Seltenheit.

„Die Beseitigung des Windwurfs ist dort erst jetzt abgeschlossen worden“, erklärt der Forstamtsleiter. Daher habe man mit der Instandsetzung des Weges noch gewartet. „Vorher hätte das keinen Sinn gehabt.“

Jetzt, wo alle Schäden beseitigt sind, könne auch der Wanderweg repariert werden. Amelie Rübsam und ihre Pferde wird das freuen. Sie können bald wieder Ausflüge nach Wellerode unternehmen.

Foet hofft auf Verständnis bei den Einwohnern Wollrodes. Innerhalb weniger Monate hätten seine Mitarbeiter viel geleistet: Holz abtransportiert, große Waldflächen aufgeforstet, Wege erneuert. „Das geht nicht von heute auf morgen.“

Quelle: HNA

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