Warnstreik an den Hardtwaldkliniken – Notversorgung war gesichert

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Warnstreik: Die Beschäftigten der Hardtwaldkliniken in Bad Zwesten legten gestern für drei Stunden die Arbeit nieder. Ihr Ziel: Ein Tarifvertrag, den es bislang nicht gibt.

Bad Zwesten. Mit einem Warnstreik unterstrichen am Mittwoch die 700 Beschäftigten der Hardtwaldkliniken und der Neurologischen Akutklinik in Bad Zwesten ihre Forderung nach einem Tarifvertrag.

Zum Streik aufgerufen hatte Verdi mit der Begründung, die Klinikbetreibergesellschaft Werner Wicker KG zahle deutlich unter dem branchenüblichen Niveau und habe bislang jegliche Verhandlung abgelehnt. Die Versorgung der Patienten war während des dreistündigen Ausstands gewährleistet.

Mit Trillerpfeifen, roten Fahnen und dem Ruf, „Alles wird teurer, wir auch“, unterstrichen die Angestellten der Kliniken ihre Forderungen nach einem Tarifvertrag und damit verbunden einer besseren Entlohnung. Nach Angaben von Verdi-Sekretärin Heike Grau verdienen die Angestellten der Kliniken 25 Prozent weniger als Angestellte in ähnlichen Krankenhäusern. Lediglich für Ärzte gebe es seit 2008 einen mit dem Marburger Bund abgeschlossenen Tarifvertrag.

Bislang habe es mit der Geschäftleitung der Bad Zwestener Wicker-Kliniken keine Verhandlungen gegeben. Dem Betriebsrat sei nur eine Einmalzahlung von 800 Euro in Aussicht gestellt worden. Damit wolle man sich nicht zufrieden geben, sagte Verdi-Landessekretär, Fabian Rehm. Er und auch der Verdi-Geschäftsführer für Nordhessen, Harald Fennel, forderten eine tarifvertragliche Regelung der Arbeitszeit und der Entlohnung der Beschäftigten.

Doch zunächst gehe es darum, „die Geschäftsleitung an den Verhandlungstisch zu bekommen“, erklärten die Gewerkschaftsvertreter während des Warnstreiks. Noch sei es eine Hoffnung, sagte Rehm, doch angesichts einer gewerkschaftlichen Organisation von knapp zwei Drittel der Klinikbeschäftigen sei er optimistisch. Das zeige auch die Beteiligung am ersten Streik an den Kliniken.

Dem Aufruf waren weit über 100 Mitarbeiter gefolgt. Sie sagten, dass es seit Jahren keine Lohnerhöhung gegeben habe, was unter der Belegschaft für Unzufriedenheit sorge. Angesichts der Teuerungsrate seien Einkommen wie in vergleichbaren Einrichtungen nötig.

In einer Pressemitteilung erklärt der Kliniken heißt es, dass „es uns bewusst ist, dass das derzeitige Lohn- und Gehaltssystem im Reha-Sektor nicht mehr marktgerecht ist“. Doch erst wenn Rehabilitationskliniken dank politischer Entscheidungen über ein adäquates Finanzierungssystem verfügten, könne über Lohn- und Gehaltsforderungen gesprochen werden. An dem bisherigen Weg der Geschäftsleitung der Wicker-Gruppe, dass Gewinne der Entschuldung der Kliniken dienten und die Sicherung der Arbeitsplätze an erster Stelle stehe, werde festgehalten.

Quelle: HNA

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