2600 sind bereits für Informations-System angemeldet

SMS warnt bei Gefahren

Schwalm-Eder. Auf ihren Mobiltelefonen und per E-Mail erhielten gestern 2611 Menschen aus dem Landkreis eine Kurznachricht von "Katwarn", dem neuen Warnsystem für den Schwalm-Eder-Kreis. Glücklicherweise ging es nicht um eine Katastrophe, sondern um einen Test.

Seit April können sich Einwohner aus dem Landkreis per SMS und E-Mail informieren lassen, wenn es in ihrem Wohn- oder Arbeitsumfeld zu einem schweren Unglücksfall kommt.

Die Zahl der Nutzer könnte noch größer sein, meint Kreisbrandinspektor Werner Bähr. Er ist überzeugt von "Katwarn", weil auf diesem Wege sehr viele Menschen erreicht werden könnten. Sein Ziel: Warnungen sollten generell auf alle Handys und Smartphones übertragen werden, unabhängig von einer Anmeldung. Die ist bisher aber noch nötig.

Das Verfahren sei unkompliziert, schilderte Uwe Wunsch, der beim Landkreis für den Brand- und Katastrophenschutz zuständig ist. Lediglich das Stichwort "Katwarn" und die Postleitzahl des Warngebietes müssten angegeben werden. Auch mehrere Warngebiete könnten definiert werden. Kosten fallen lediglich für eine erste SMS bei der Anmeldung an. Eine Abmeldung sei jederzeit unkompliziert möglich.

Viele Menschen interessierten sich erst dann für den Katastrophenschutz, wenn ein solcher Fall eintritt, wie etwa beim Gasunfall im Februar 2011 in Homberg. Mit "Katwarn" werden die Nutzer des Warnsystems zeitnah informiert und sie erhalten Verhaltensregeln beispielsweise auf Fahrten mit dem Auto zu verzichten, Fenster und Türen geschlossen zu halten oder das Radio für weitere Nachrichten einzuschalten. Auch über einen Unterrichtsausfall könnte auf diesem Wege informiert werden.

Gewarnt wird bei Katastrophen, wie etwa Chemieunfällen, Flugzeugabstürzen und Störfällen in einem Kernkraftwerk. Es gehe jedoch nicht um Unwetter-Warnungen wie es sie auch bei Wetterdiensten gebe, sagte Uwe Wunsch.

Auf Anweisung des Kreisbrandinspektors gibt die Leitsstelle Schwalm-Eder die Warnhinweise heraus. Bisher war das aber noch nicht nötig.

"Katwarn" wurde vom Fraunhofer Institut entwickelt, das noch weiter an dem System arbeitet. In einem weiteren Schritt könnten im Schwalm-Eder-Kreis auch beispielsweise Hausmeister von Schulen, Verwaltungsleiter, Schulen, Kindergärten und Altenheime an "Katwarn" angeschlossen werden.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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