Warnung vor einer Neiddebatte

Schwalm-Eder. Alle Schulen im Schwalm-Eder-Kreis sollen etwas davon haben, dass die B. Braun Melsungen AG die Renovierung der Melsunger Gesamtschule finanziert, sagte Vize-Landrat Winfried Becker während der Sitzung des Kreistages in der Melsunger Kulturhalle.

Das Geld, das der Landkreis durch die Spende von B. Braun spare, solle für die Renovierung anderer Schulen zur Verfügung gestellt werden. Im Namen des Kreisausschusses dankte Becker der Firma B. Braun, die Landkreis 9,1. Mio. Euro für die Modernisierung und den Umbau der Gesamtschule am Sitz der Konzernzentrale übernehme. „Bitte nehmen Sie dieses großzügige Geschenk an“, rief er den Kreistagsmitgliedern zu.

Diese ließen sich nicht lange bitten und waren voll des Lobes ob der großen Spende. „Es ist vorbildlich, dass die Firma B. Braun in ihre Heimat investiert“, sagte Jörg Schnitzerling (CDU).

Hans-Joachim Böhme-Gingold (Linke) hätte sich die Spende für den Schulträger und nicht für eine bestimmte Schule gewünscht. „Dann hätte man das Geld dorthin verteilen können, wo der Bedarf am größten ist“, sagte er. Das wiederum kritisierte Nils Weigand (FDP): „Wer das Geschenk gibt, entscheidet, wem er es gibt und nicht die Linken.“ Der Landkreis könne froh über dieses Geschenk sein, so Weigand.

Es sei nicht selbstverständlich, dass ein Weltkonzern solch eine regionale Verantwortung übernehme, betonte Rüdiger Staffel (FWG). B. Braun denke nicht in Quartalszahlen, sondern in Generationen. Er warne zudem vor einer Neiddebatte.

Ja zur Spende für die Schule

Der Kreistag stimmte mit großer Mehrheit (eine Enthaltung) für die Modernisierung der Schule. Außerdem beschloss er gleichzeitig, dass die Gebühren für die Baugenehmigung dem Unternehmen erlassen und die Kosten für Strom und Wasser während der Bauphase vom Landkreis übernommen werden. Der Schwalm-Eder-Kreis wird die notwendigen Ausstattungsergänzungen finanzieren. Die energetische Sanierung des Altbaus werde durch den Schulträger umgesetzt.

Die schulorganisatorischen Regelungen des Schulentwicklungsplanes 2013 bis 2018 haben weiterhin Bestand, hieß es. (may)

Quelle: HNA

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