Warten auf das Märchen

Dorfidylle im Herbst: Berge bietet manche schöne Ansicht.

Berge. Für das Sommermärchen 2016 sollten sich die Einwohner des Homberger Stadtteils Berge und deren Nachbarn schon einmal das Wochenende vom 24. bis 26. Juni vormerken. Das erzählen die Berger mit einem Schmunzeln. Dann nämlich wollen sie das 750-jährige Bestehen ihres Dorfes feiern und bereiten sich jetzt schon darauf vor.

Eine Gruppe von 30 Leuten hat sich zusammengetan, die sich um die Gestaltung des Jubiläums kümmert.

Passenderweise fällt das zusammen mit dem Abschluss der Dorferneuerung, so dass sich der Ort schön hergerichtet von seiner besten Seite zeigen kann.

Beim herbstlichen Spaziergang durch Berge machte Ortsvorsteher Michael Schwarz auf die Neuerungen aufmerksam. Wegen des Kanalbaus seien viele Straßen neu, die Bordsteine und Wegkanten blitzen unterm Herbstlaub hervor. Das Dorfgemeinschaftshaus wurde vergrößert, bekam eine neue Küche, ein moderner Spielplatz für die Kinder wurde angelegt und der Jugendclub erneuert. Viele Bewohner hätten ihre Hausfassaden dank der privaten Förderung saniert, erzählt er. Der Platz rund um die Kirche wurde erneuert, der historische Rundweg entstand. Der soll auch beim Fest eine Rolle spielen.

„Wir möchten die alten Traditionen aufleben lassen und nicht vergessen, was Berge ist und wie es sich entwickelt hat.“

Entlang des Weges wird Inge Wenk die Besucher durch den Ort vorbei an den Attraktionen führen und die Geschichte erklären. Sie arbeitet gerade die Route heraus. Da gibt es das Galgenfeld im Lendorfer Feld, wo einst Gerichte abgehalten wurden. Im Hungergraben versteckten sich Bewohner im Dreißigjährigen Krieg vor den Angreifern, erklärt sie. Der Ort steht auf Kalksedimentgestein. Inge Wenk hatte schon 2009 die Chronik des Ortes Berge neu verfasst.

In dem Ort leben heute 240 Menschen, darunter sind 35 Kinder und Jugendliche. „Das ist ein sehr guter Schnitt“, meint Schwarz. Der Nachwuchs hält sich bevorzugt rund um die Kirche auf.

Sie liegt auf der Spitze des Bergs, auf dem sich die Menschen ansiedelten und der den Dorfnamen prägte. Nur wenige Autos fahren dort entlang und wegen der engen Gassen auch langsam.

Idyllisch sind die alten Höfe darum verteilt, vier Bauern betreiben sie noch, andere sind hübsch hergerichtet und dienen als Wohnraum. „Wir haben so gut wie keinen Leerstand“, sagt Schwarz. Und der Zusammenhalt im Dorf sei groß. Fast alle seien in den Vereinen des Ortes Mitglied, so dass man sich häufig sehe und viel Kontakt habe.

Ideen für das Fest sind eine Themenstraße am Sonntag mit Produkten aus der Region, dem Weindorf am Jugendclub und dem Festzelt in der Nähe des DGH. So wollen die Berger zeigen, was ihnen wichtig ist.

„Wir möchten die alten Traditionen aufleben lassen und nicht vergessen, was Berge ist und wie es sich entwickelt hat“, sagte Schwarz.

Passend zum Fest wurde auch schon ein Logo von Gert Sonntag entwickelt, das die Silhouette des Ortes zeigt, wobei die Kirche der Selbstständig-Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) auch eine Rolle spielt. Der kleine Ort hat nämlich noch ein zweites Gotteshaus.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

Kommentare