Transport von Frankreich nach Bremen

Warten auf die Nachtfahrt: Tank für Trägerrakete auf dem Weg

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Ein riesiges Teil: Dieses runde Bauteil ist ein Teil des Tanks der europäischen Trägerrakete Ariane 5, das nur nachts als Schwertransport über die Autobahn Richtung Bremen gefahren werden kann. Auf seinem Weg passierte der Transporter auch Stationen im Altkreis.

Wolfhagen. Es ist rund, 5,90 Meter breit und mitsamt Container 8,6 Tonnen schwer. Ein Bauteil für den Tank der europäischen Trägerrakete Ariane 5 stand am gestrigen Montag auf der Autobahn-Raststätte Biggenkopf.

Erst ab 22 Uhr konnte der Schwertransport der auf Großraumtransporte spezialisierten Firma Weila aus Teising/Bayern seinen Weg Richtung Bremen fortsetzen.

In der Nacht zuvor war der große Transporter wie vor einigen Tagen (wir berichteten) im Altkreis Wolfhagen unterwegs. Ursprünglich aus Richtung der Autobahn 7 kommend bahnte sich das Monstrum seinen Weg über die Anschlussstelle Homberg/Efze, die A 49 und Bundesstraße 254 in Richtung Wolfhager Land. Von dort aus ging es mit Begleitung durch Beamte der Polizeistation Wolfhagen über die Bundesstraße 450 gen Autobahn 44. Dabei passierte der Transport unter anderem Ippinghausen, Wolfhagen und Landau.

Der „Herrscher“ über das Gefährt, Torsten Enders, ist ein Nachtmensch und das ist auch gut so. Denn er fährt Schwertransporte durch ganz Europa und das geht meistens nur nachts. Tagsüber schläft sich der Lkw-Fahrer aus und unternimmt etwas in der Gegend der Rastplätze, auf denen er mit seinem Schwertransport steht. Mit seinem Kollegen aus dem Begleitfahrzeug ist das kein Problem. Geladen hat er das Bauteil im französischen Les Moreaux, drei Tage später lädt er den Container in Bremen wieder ab.

„Da, wo andere Speditionen aufhören, fangen wir mit unserer Spedition erst an“, sagt der erfahrene Lkw-Fahrer, der schon alles von einem Toilettenhäuschen über einen 62 Meter langen Flügel einer Windkraftanlage bis zu einem ganzen Operationssaal mit den Maßen 7,10 mal 16,50 Meter Breite und 3,60 Meter Höhe geladen hatte.

Nur mit Begleitfahrzeug

Ab einer Breite von 3,01 Meter muss ihm dabei immer ein Begleitfahrzeug zur Seite stehen, ab 5,5 Metern muss sogar die Polizei den Transport begleiten, um den Lastwagen mit seiner besonderen Fracht nach hinten abzusichern. Ab der Raststätte Biggenkopf übernimmt die Polizei aus Nordrhein-Westfalen von den hessischen Kollegen und stellt weiter sicher, dass das Überholverbot eingehalten wird.

Insgesamt werden die Schwertransporte laut Torsten Enders jährlich immer mehr, allein die oft sehr langen Bauteile für Windkraftanlagen haben einen entsprechend großen Anteil daran, dass dies so ist.

Quelle: HNA

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