Neugliederung im Kirchspiel Niederurff sorgt für Freude und Unmut

Warten auf den Pfarrer

Ende der Vakanz in Sicht: Für die Kirche von Niederurff wird es nach zwei Jahren Vertretungszeit bald einen neuen Pfarrer geben. Im März wird die Stelle ausgeschrieben. Foto: Schmitt

Niederurff. Im Kirchspiel Niederurff hängt der Haussegen schief. Und das, obwohl nach fast zweijähriger Vakanz die Pfarrstelle wieder besetzt und das Kirchspiel erhalten wird. Mit Abstrichen allerdings. Denn es bleibt nur eine Dreiviertel-Pfarrstelle und Römersberg wird ab 1. März Zimmersrode zugeschlagen.

Dennoch können sich die evangelischen Christen freuen. Denn nach dem Ausscheiden von Pfarrer Manfred Weber im September 2009 sollte das Kirchspiel Niederurff aufgelöst werden. Grund: Die Landeskirche muss sparen, auch bei Pfarrern. Nach den Plänen zur Neuordnung der Kirchenkreise sollten die Gemeinden Niederurff/Reptich, Oberuff/Schiffelborn dem Kirchspiel Densberg und Römersberg sollte Zimmersrode zugeschlagen werden.

Protest der Gemeindeglieder

Doch damit wollten sich die 1036 Gemeindeglieder nicht abfinden. Es gab Proteste und Gespräche, sagt Kirchenvorstand Dr. Helmut Bernsmeier. Dass die Kirche aufgrund des demografischen Wandels sparen müsse, sei nachvollziehbar. Doch zunächst zeichnete sich kein Erfolg ab.

Die Wende kam Ende Januar. In einem Brief informierten Bischof Hein und Prälatin Natt, dass die Pfarrstelle für Niederurff als Dreiviertel-Stelle ausgeschrieben wird. Römersberg dagegen „wird wie geplant mit den Kirchengemeinden des Kirchspiels Zimmersrode verbunden“. Als Gründe für den Sinneswandel nannte die Prälatin die Stellungnahme des Kirchenvorstands sowie Einsparmöglichkeiten im Kirchenkreis Fritzlar.

Dennoch: Für eine volle Pfarrstelle hätte es auch mit Römersberg nicht gereicht. Dafür sind nach Darstellung von Dekan Umbach 1700 Gemeindeglieder nötig. Und die werden mit und ohne Römersberg auf keinen Fall erreicht.

Pfarrhaus ist marode

Mit der Neubesetzung der Pfarrstelle ist ein Teil der Forderung der Niederurffer erfüllt. Doch bevor der neue Pfarrer kommt, ist nach Angaben von Bernsmeier eine gründliche Renovierung des Pfarrhauses nötig. Geld dafür sei vorhanden, habe Dekan Umbach den Kirchenvorständen versichert, sagt Bernsmeier. Während die Niederurffer auf den neuen Pfarrer warten, stehen die Römersberger vor einem doppelten Neubeginn. Zum 1. März gehören sie dem neuen Kirchspiel an und sehen sich zugleich damit konfrontiert, dass Pfarrerin Jana Kreft zum 1. April aus dem Amt ausscheidet. Sie möchte in England Psychologie studieren. WEITERE ARTIKEL

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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