Immer noch kein Konsens für Anbau und Sanierung des Ziegenhainer Kindergartens

Warten im Regenbogen

Im Rohbau fast fertig: Die Kinderkrippe Wiegelsweg in Treysa. Anfang April war Baustart, im November oder Dezember sollen die Kinder einziehen. Die Erweiterung in Ziegenhain lässt noch auf sich warten. Foto: Quehl

Schwalmstadt. Zu einem Gespräch sollen die Schwalmstädter Fraktionen in vierzehn Tagen zusammen kommen. Dann, so Bürgermeister Dr. Gerald Näser, sollen die Baupläne für den veralteten Kindergarten Regenbogen am Ziegenhainer Fünftenweg so überarbeitet sein, dass das Parlament in der letzten Sitzung vor den Sommerferien endlich grünes Licht gibt.

Dieses grüne Licht gab es eigentlich mit großer Mehrheit vorigen Sommer, worauf Sprecher von SPD und Grünen pochten. Sie machten sich stark für die Einhaltung pädagogischer Standards und eine architektonische Umsetzung, die über Jahre trägt.

Die Sparvorgaben des Haushaltssicherungskonzepts (HSK) erforderten, neu und intelligent zu planen hielt Bürgermeister Näser dagegen. Er skizzierte Abänderungen in der Raumaufteilung, Gruppenzusammensetzung und -größen und Bauphasen, durch die mehrere 100 000 Euro eingespart wrden könnten.

Über drei Stunden hatten die Ausschüsse zuvor das Thema debattiert, um den Punkt dann zurückzustellen. Trotzdem wurde auf der Grundlage des nachfolgenden Antrags der SPD noch aufgeladen debattiert. Die Bündnisgrünen wetterten, die Finanzlage solle auf dem Rücken der Jüngsten ausgetragen werden. Karsten Schenk, Fraktions- und Parteichef der CDU, entgegnete, für eine üppigere Raumlösung sei nicht genug Geld da, und Bildungserfolg sei nicht von der Raumgröße abhängig, wie die Ausbildung bei der Bundeswehr belege. SPD und Freie Wähler erneuerten, dass für sie nur eine Qualitätslösung infrage kommt.

Umgehend realisiert wird hingegen der Vorschlag der CDU, zwischen der Bahnunterführung Haaße-Hügel und der Oberstadt Treysa einen Zebrastreifen anzulegen. Fraktionsvorsitzender Karsten Schenk führte aus, dass der Haaße-Hügel erfreulicherweise besser als Parkplatz angenommen wird, seit er von der Ascheröder Straße her erreichbar ist und Kurzparkzonen angelegt wurden. Folglich bewegen sich mehr Fußgänger von dort aus Richtung Marktplatz oder Bahnhof. Alle Stadtverordneten sagten Ja zu dem neuen Überweg. Klären will der Bürgermeister, ob die Bahn oder die Stadt für die geforderte Renovierung des Fußgängertunnels zuständig ist.

Wie geht es weiter mit der Schwalm-Touristik am Ziegenhainer Paradeplatz? Das wollte die SDD-Fraktion wissen, weil vor Kurzem die langjährige Mitarbeiterin Waltraud Rink verabschiedet worden war (wir berichteten). Bürgermeister Näser erläuterte, dass die Lösung schwierig sei, zumal diverse Tourismus-Marken nebeneinander existieren und das die Geschäftsstelle des Rotkäppchenlandes ihren Standort in Kirchheim aufgeben muss. Zu Beginn des nächsten Jahres solle es aber eine Lösung geben und Ordnung in die parallelen Organisationen gebracht sein, „es soll auch in Zukunft die Schwalm-Touristik geben“.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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