Unsicherheit, ob Amazon-Arbeiter kommen

Ferienwohnpark Silbersee: Warten auf Saisonkräfte

+
Der Ferienwohnpark am Silbersee kann 200 Amazon-Leiharbeiter unterbringen. Unsicher ist allerdings, ob das Internetkaufhaus für das Weihnachtsgeschäft Unterkünfte benötigt.

Frielendorf. Amazon-Saisonkräfte für den Ferienwohnpark Silbersee?: „Aktuell wissen wir rein gar nichts“, erklärte Geschäftsführer Dietrich Hahn auf Anfrage der HNA.

Nach dem düsteren Bild über die Unterbringung von Leiharbeitern, das eine Fernsehdokumentation im vergangenen Jahr gezeichnet hatte, habe sich Internet-Kaufhaus Amazon von den dort genannten Dienstleistern getrennt. Zwar habe man mit den Nachfolgern einen Reservierungsvertrag abgeschlossen, so Hahn, aber „wenn aber niemand kommt, nutzt das nichts“. Insgesamt sei dies eine sehr unbefriedigende Situation für alle Beteiligten.

Nur noch Einzelzimmer

Nachdem im vergangenen Jahr insbesondere die Unterbringung in anderen Unterkünften in die Kritik geraten war, habe man sich im Ferienwohnpark entschlossen, künftig nur noch Einzelzimmer, bzw. für Ehepaare Doppelzimmer anzubieten, erklärt der Geschäftsführer. Außerdem habe sich der Standard der Ferienhäuser durch Renovierung inzwischen gesteigert. Dementsprechend erhöhe sich zum einen der Übernachtungspreis, zum anderen könne der Ferienwohnpark in dieser Saison auch nur noch bis zu 200 Menschen aufnehmen.

In den vergangenen beiden Jahren pendelten bis zu 400 Amazonarbeiter während des Weihnachtsgeschäfts zwischen Frielendorf und Bad Hersfeld. Neben Studenten aus Sachsen kamen die Saisonkräfte aus osteuropäischen Ländern.

Für den Ferienwohnpark wäre es wieder ein günstiges Geschäft in der Nebensaison. Die Saison habe sich so von sechs auf acht Monate verlängern lassen, sagt Hahn. Für den Ferienwohnpark hätte das Ausbleiben der Saisonkräfte Konsequenzen: Zwar seien die Buchungszahlen für diese Saison in Ordnung, dennoch würde das Jahresergebnis insgesamt schlechter ausfallen, erklärt Hahn. Außerdem müssten Mitarbeiter früher als in den vergangenen beiden Jahren für die Saisonpause freigesetzt werden.

Das Internet-Kaufhaus hatte in dieser Woche betont, dass erst wenn der lokale Arbeitsmarkt erschöpft sei, auf Leiharbeiter zurückgegriffen werden solle (wir berichteten). Nach Auskunft eines Amazon-Sprechers wird dieser Fall wohl eintreten. Auf eine Unterbringung von Leiharbeitern solle aber mit Blick auf die Ereignisse im Vorjahr verzichtet werden.

Das wiederum kann Hahn sich nicht vorstellen, und so hofft man am Silbersee dennoch auf eine für den Ferienwohnpark positive Wendung und hält sich für eine kurzfristige Anreise der Leiharbeiter bereit. Hahn: „Ich bin nicht pessimistisch.“

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

Kommentare