Auch am Waberner Bahnhof mussten Reisende gestern Verspätungen in Kauf nehmen

Warterei an leeren Gleisen

Wartete auf dem kalten Bahnsteig: Der 26-jährige Stefan Schmoll aus Niedermöllrich musste wegen des Warnstreiks bei der Bahn eine Stunde auf die Regiotram nach Borken warten. Foto: Rissmann/Montage:Trolp

Schwalm-Eder. Das wegen des Warnstreiks der Bahn befürchtete Chaos auf dem Bahnhof in Wabern ist ausgeblieben. Dennoch mussten auch hier einige Reisende in der Kälte ausharren und auf ihre Züge warten. Zu Behinderungen kam es bei der Regiotram RT 9, die zwischen Kassel und Treysa verkehrt, da unter anderem auch das Bahnstellwerk in Körle bestreikt wurde.

Wabern: Wenig Ausfälle

Der 26-jährige Stefan Schmoll aus Niedermöllrich ist auf den Zug angewiesen, um zu seiner Arbeitsstelle nach Borken zukommen. „Jetzt komme ich zu spät zur Arbeit“, sagt er genervt. Er wartete eine Stunde auf dem kalten Bahnsteig auf die Regiotram RT 9. „Ich wusste, dass gestreikt wird, hatte aber gehofft, in Nordhessen wäre es nicht so schlimm.“

Da der Bahnhof derzeit umgebaut wird, können Schmoll und die anderen Wartenden in Wabern sich weder aufwärmen noch warme Getränke kaufen.

„Jetzt komme ich zu spät zur Arbeit.“

Stefan Schmoll

Letzteres wünschten sich auch vier weitere Bahnreisende, die ebenfalls auf dem zugigen Bahnsteig in Wabern gestrandet sind. Sie kamen aus Hannover ohne Probleme bis nach Wabern. „Doch auf den Anschlusszug nach Borken müssen wir nun warten“, sagten sie.

So erging es vielen Reisenden, die in Wabern ein- oder umgestiegen sind, denn betroffen war nur die RT 9. Alle anderen Züge sind laut dem Fahrkartenverkäufer seit den frühen Morgenstunden pünktlich gewesen. So konnten auch die auf die Regiotram Wartenden den Fahrgästen des Intercity nach Frankfurt nur neidisch hinterherblicken – deren Zug fuhr pünktlich ab.

In Melsungen ging nichts

Etwa 30 Menschen warteten gestern auch am Melsunger Bahnhof auf ihren Zug in Richtung Kassel. Zum Teil mehrere Stunden mussten sie in der kalten Herbstluft auf dem Melsunger Bahnhof auf die Weiterfahrt warten. Für die Regionalzüge der Regiotram und der Cantus-Bahnlinie R5 in Richtung Kassel war in Melsungen Schluss. Die Züge hatten erhebliche Verspätungen oder fielen aus.

Und auch der Schienenersatzverkehr mit Bussen lief nicht reibungslos: Lediglich zwei überfüllte Busse fuhren in Richtung Kassel. Für die anderen Fahrgäste hieß es weiter warten. Gegen 9 Uhr kam der Zugverkehr wieder ins Rollen.

Kein Chaos in Schwalmstadt

Auch Reisende am Bahnhof in Treysa mussten wegen des Warnstreiks gestern Vormittag unter Zugverspätungen und -ausfällen leiden. Warten mussten auch hier die Fahrgäste der Regiotram 9. Auch einige Verbindungen des RE30 Frankfurt-Kassel seien laut NVV betroffen gewesen.

Das große Chaos blieb auf dem Bahnsteig in Treysa jedoch aus. Ab 9 Uhr wartete dort niemand mehr auf seinen Zug. siehe auch Hessen

Von Diana Rissmann, Michael Schorn und Bastian Ludwig

Quelle: HNA

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