Population wächst kontinuierlich – bis zu 50 000 Tiere im Kreis

Waschbär entwickelt sich zu einer Plage

+

Schwalm-Eder. Die Waschbärpopulation im Landkreis wächst. „Wir verzeichnen einen irrsinnigen Anstieg“, sagt Kreisjagdberater Werner Wittich. Grund dafür: „Wir bieten dem Kulturfolger eine hervorragende Lebensgrundlage.“

Vielerorts sind die Tiere ein Ärgernis. Die genaue Anzahl lasse sich nur schwer schätzen, heißt es von der Unteren Jagdbehörde. Im vergangenen Jahr seien 4435 Tiere geschossen worden, man rechne daher mit einer Population von ungefähr 50 000 Tieren. Tendenz steigend.

Anders als in den Vereinigten Staaten gehe von den Tieren in Deutschland keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung aus, sagt Melsungens Forstamtsleiter Christian Foet. Dort wird unter anderem der Spulwurm übertragen. Ein Hygieneproblem sieht auch Dr. Peter Urban, Leiter des Kreisgesundheitsamtes, nicht.

Keine Essensreste auf den Kompost und Mülltonnen dichtmachen ist der Rat des Mediziners, denn schließlich könnten die Tiere, die in Europa kaum einen natürlichen Feind haben, sehr erheblichen Schaden anrichten, wenn sie sich einmal auf Dachböden, in Gartenhäusern und Gebäuden eingenistet haben. In den Ortslagen sind ausschließlich passive Methoden gestattet, um dem zwischen 40 und 70 Zentimeter großen Tierchen Paroli zu bieten: Keine Nahrung bereithalten, Rohre schützen, Öffnungen abdichten. Bejagt werden darf der Waschbär in bewohnten Gebieten überhaupt nicht, Lebendfallen dürfen nur Berechtigte aufstellen, berichtet Wittich. Während der Setzzeit von März bis Juli müssen Elterntiere geschont werden, Jungtiere dürfen aber geschossen werden, so ein Sprecher der Jagdbehörde. In befriedeten Gebieten – der eigene Garten – darf der Eigentümer entscheiden, ob er eine Falle aufstellen möchte. Dafür ist allerdings ein Fallenlehrgang nötig, auch töten darf man das Tier nicht selbst.

Mehr lesen Sie in unserer gedruckten Ausgabe

Quelle: HNA

Kommentare