Der Kostendruck durch das Hallenbad lässt nicht nach – Weitere Investitionen stehen an

Wasser reicht bis zum Hals

Sport und Wohlbefinden: Das neue Beauty- und Wellnessangebot von Martina Roß (Zweite von links) im ehemaligen Solarium wurde mit (von rechts) Stadtverordnetenvorsteher Willi Berg, Bauamtsleiter Michael Slabon, Erwin Ziegler und Margit Stein vorgestellt, ganz links Bürgermeister Klemens Olbrich. Roß‘ Kunden verfügen über eigene Ruheliegen im Bad (Bildvordergrund). Foto: Quehl

Neukirchen. Der Hallenbelegungsplan der Badewelt in Neukirchen zeigt Buchung an Buchung. Seit sechs Jahren sorgt maßgeblich auch der Förderverein Aquafit dafür, dass immer etwas los ist in dem gepflegten Bewegungsbad. 290 000 Euro wurden seit Herbst 2012 in Technik und Immobilie investiert. Und Bürgermeister Klemens Olbrich ist froh, dass mit dem „Dayspa“ (Stichwort) von Martina Roß (Neukirchen) ein weiterer Anziehungspunkt zu einem Besuch ins Bad lockt.

Doch trotzdem klopft Ungemach an. Im Haupt- und Finanzausschuss fand sich jüngst keine Mehrheit für die Verlängerung mit dem Verein Aquafit, und Stadtverordnetenvorsteher Willi Berg (SPD) weiß auch warum: „Die Stadtteile haben zu wenig Interesse an dem Bad.“ Anders formuliert: Die rund 30 Jahre Einrichtung ist manchem in der 7200-Einwohner-Gemeinde zum allzu teuren Klotz am Bein geworden. Sie wollen, so Berg, „auf die Kostenbremse treten“.

So denkt eine Mehrheit der Neukirchener schon länger, vor zwei Jahren war die große Sanierungslösung für 1,4 Mio. Euro trotz des Landeszuschusses, der gewunken hätte, abgelehnt worden. Trotzdem sind die Kosten eben permanent da: 72 000 Euro für die Aufgaben von Aquafit mit einem Fachangestellten, zwei Reinigungskräften, einem Hausmeister und sechs Rettungsschwimmern und den damit verbundenen Aufwandsentschädigungen. Die Stelle eines zweiten Fachangestellten ist schon seit Langem gestrichen.

Hinzu kommen alle Sach- und Unterhaltungskosten. Und weitere Investitionen stehen an, betonte beim Ortstermin mit der HNA Bauamtsleiter Michael Slabon. Er stimmt die Verantwortlichen auf eine Summe von 120 000 Euro im neuen Jahr ein, wenn es nicht zu einem Reparaturstau oder dem Komplettausfall von Anlageteilen kommen soll. „Die Situation ist durchaus brenzlig“, sagte Olbrich zur Dringlichkeit. „Es müsste mehr Geld reinkommen“, folgerte Willi Berg. Es könne nicht länger sein, dass Gruppen etwa der Bundeswehr das Bad billigst für 30 oder 50 Cent pro Kopf benutzen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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