Hesseröder hoffen, dass Änderungen in der Landschaft vor Überflutungen schützen

Wasser auf der Wiese statt Schlamm im Keller

April 2003: Straßen, Gärten, Keller und Garagen in Hesserode versanken in Regenwasser und Schlamm. Nachbarschaftshilfe war beim Beseitigen der Schäden gefragt. Im Garten von Familie Weichert in Hesserode schippten (von links) Karlheinz Clobes, Helmuth Weichert und Heinz Löffelmann. Archivfotos:  Wenderoth/Hocke

Hesserode. Eine halbe Stunde ein richtig ordentlicher Regenguss - und schon standen in Hesserode die ersten Keller, Garagen und Höfe unter Wasser. Nicht nur das, am schlimmsten war der Schlamm. Das soll nun Vergangenheit sein. Bis März wurden Veränderungen in der Landschaft vorgenommen. Wie es aussieht: mit Erfolg.

Es war zwar nie das ganze Dorf von den Wasser- und Schlammfluten betroffen, doch die, die es traf, hatten genug darunter zu leiden. 2003 war das letzte Jahr, in dem Hagel und heftige Regenfälle sie in Angst und Schrecken versetzten - weil sie wussten, was passieren würde. Bei Dieter Wellhäußer ergoss sich die Brühe in die Garage, bei Kurt Pfleging gar ins Wohnzimmer. Beate Osterheld: „Wir haben gerade noch rechtzeitig die Waschmaschine hochgebockt, sonst hätte sie in zehn Zentimeter Schlamm und 20 Zentimeter Wasser gestanden.“

Immer sind es Bewohner des Frasenbachwegs, der Dr. Georg-Koch-Straße und des Verbindungsweges zum Friedhof, die es besonders heftig traf.

„Das hat mit der Kessellage von Hesserode zu tun“, erklärt Ortsvorsteherin Bärbel McEnaney. Hesserode liegt zwar im Hochland, doch von den Hügeln ringsum fließt das Wasser Richtung Dorf. Der Frasenbach konnte das allein nicht aufnehmen. Außerdem entpuppten sich Steine innerhalb der Verrohrung als Hindernisse.

Die Steine sind nun beseitigt, größere Rohre gelegt, und die Wassereinläufe wurden neu gemauert. Die größte Wirkung dürfte allerdings ein Deich haben. Keiner wie an der Nordsee, aber ein Feldweg, der erhöht wurde, versperrt den Wassermassen den Weg zum Dorf. die von Wald, Feldern und Wiesen herunterströmend. Hinter dem Deich liegt eine große Wiese, die 1000 Kubikmeter fassen kann, erklärt Felsbergs Umweltbeauftragter Heinrich Kern. Unter dem Feldweg befindet sich ein Rohr mit einer Drosselklappe, die nach und nach das Wasser in den Bach abgibt. Bürgermeister Volker Steinmetz: „Ein Teil des Wassers fließt nun gleich ab, der andere Teil wird auf der Wiese zurückgehalten.“ Die gehört Landwirt Christoph Wenderoth, der sie dafür zur Verfügung stellt.

19 000 Euro aus dem Konjunkturprogramm des Landes hat die Stadt für die Veränderungen ausgegeben.

Wie sich im Juni zeigte, scheint das neue System zu funktionieren. Beate Oesterheld: „Da waren wir bei einem heftigen Gewitterguss recht angespannt – aber es ist nichts passiert.“ Artikel rechts

Quelle: HNA

Kommentare