In Kanälen droht Verstopfung

Wassersparen kann richtig teuer werden - Kommunen müssen nachspülen

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Wasser sparen: Glaubt man dem hessischen Frisch- und Abwassermonitor, ist das nicht immer sinnvoll.

Schwalm-Eder. Kommunen im Landkreis müssen für viel Geld Kanalrohre mit Trinkwasser spülen. Denn der Wasserverbrauch in Hessen sinkt seit Jahren, meldet die Nachrichtenagentur dpa und bezieht sich dabei auf den hessischen Frisch- und Abwassermonitor.

Dabei floss bereits viel Geld ins Kanalnetz. In Spangenberg waren das nach Verwaltungsangaben in den vergangenen zwei Jahrzehnten 25 Millionen Euro.

Sparsame Waschmaschinen und Toiletten-Stopp-Tasten seien ein Grund für immer weniger Abwasser in den Leitungen, meldet die dpa. Die Dreckfracht setze sich im Kanal fest. Dabei sei das Sparen im wasserreichen Deutschland nur begrenzt sinnvoll.

„Vom Grundsatz ist das richtig“, sagt Betriebsleiter Alexander Wilhelm vom Gruppenwasserwerk Fritzlar-Homberg. Wasser müsse sinnvoll verwendet werden. Im Fall der Toilettenspülung erfordere dies beispielsweise, Fäkalien nicht mit dem Sparprogramm auf den Weg zu bringen. In den elf Städten und Gemeinden des Verbandes liege der Wasserverbrauch aber entgegen dem Hessen-Trend seit zehn Jahren konstant bei 120 Litern pro Kopf und Tag.

„Wir hatten mit verstopften Rohren noch nie Probleme“, sagt der Gudensberger Bürgermeister Frank Börner. Die Mischwasserkanäle für Regen und Abwasser seien gut durchspült. In den Neubaugebieten werde Regen- und Schmutzwasser getrennt durch teils kleinere Leitungen abgeleitet. An der Gudensberger Kläranlage hängen noch Niedenstein und vier Stadtteile von Fritzlar. Auch Spangenberg hat auf den Dörfern Mischsysteme. Sie funktionieren laut Bauamtsleiter Jörg Emilius meist problemlos. Sinkender Wasserverbrauch - von 150 Litern pro Kopf und Tag vor 25 Jahren auf aktuell 110 - mache dagegen in der Kernstadt Probleme: Dort müsse die Stadt das Mischsystem häufiger spülen. Der Preis dafür laut Verwaltung: bis zu zwei Euro pro Meter Leitung. (lgr/ddd)

Quelle: HNA

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