Wasserversorger kämpfen mit dem demografischen Wandel

Schwalm-Eder. Der Einwohnerschwund macht sich im Landkreis auch beim Wasserverbrauch bemerkbar: Der stagniert bei den großen Versorgern seit Jahren oder ist gar leicht rückläufig.

„Der demografische Wandel macht uns langsam zu schaffen“, sagt Alexander Wilhelm, Betriebsleiter des Wasserverbands Gruppenwasserwerk Fritzlar-Homberg. Der versorgt 100 000 Menschen im Schwalm-Eder-Kreis.

100 000, die immer weniger Wasser verbrauchen. Waren es 2010 noch 4,3 Millionen Kubikmeter Wasser, die zwischen Fritzlar, Felsberg und Frielendorf aus den Hähnen flossen, sank die Zahl 2011 auf 4,1 Millionen Kubikmeter. Dennoch sieht Wilhelm noch keinen Grund zur Aufregung. Bislang mache sich der ausgedünnte Kundenkreis nur auf den Dörfern bemerkbar: „Die werden immer kleiner.“

Fatale Konsequenz: Je weniger Verbraucher Wasser zapfen, desto weniger fließt durch die Leitungen und spült sie durch, desto aufwendiger sind die technischen Wartungen und desto häufiger fallen Qualitätskontrollen an. Das alles bedeutet, dass das Wasser immer teurer wird: Immer weniger Menschen müssen immer höhere Betriebskosten finanzieren.

Ein weiteres Problem: Auch wenn der Verbrauch sinkt, muss trotzdem immer so viel Wasser im Leitungsnetz vorhanden sein, dass die Feuerwehren im Brandfalle genügend Löschwasser entnehmen können. „Das ist ein echter Spagat, den wir da bewältigen müssen“, sagt Wilhelm.

Seit Jahren versuchen die Wasserversorger, die Menschen vom eisernen Wassersparen abzuhalten. Denn allzu große Sparsamkeit und der zunehmende Einwohnerschwund zusammen stellen eine schwierige Kombination dar. Alexander Wilhelm ruft zu einem bewussten, aber auch nicht gerade geizigen Umgang mit dem Lebensmittel Nummer eins auf: „Bei uns im Schwalm-Eder-Kreis herrscht alles andere als Wassernot.“ (bra)

Quelle: HNA

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