Wechsel in Frielendorf: Bürgermeister Birger Fey geht

Amtseid: Frielendorfs neuer Bürgermeister Thorsten Vaupel (rechts) legte vor dem Gemeindevertretervorsitzenden Reiner Ebert seinen Eid ab. Fotos: Schmitt

Birger Fey (SPD) hat nach 18 Jahren seine Laufbahn als Bürgermeister Frielendorfs beendet und trägt nun den Titel Ehrenbürgermeister.

„So, das Schlimmste haben wir hinter uns“, sagte Frielendorfs neuer Bürgermeister Thorsten Vaupel (SPD), nachdem er seinen Amtseid abgelegt hatte, leise vor sich hin. Doch nicht nur um die Vereidigung des neues Rathauschefs, der seinen Dienst am 21. Mai antritt, ging es bei der Sitzung der Gemeindevertretung, sondern auch um die Verabschiedung von Birger Fey.

Viel Lob gab es für den scheidenden Bürgermeister von den Rednern des Abends. Sie sprachen von Freundschaft, Verlässlichkeit, Solidarität, Ehrlichkeit, und Geradlinigkeit und beschrieben damit Charakterzüge Feys. Natürlich durften wohlmeinende Ratschläge zur Gestaltung des Lebens als Ruheständler nicht fehlen. Auch Anekdoten wie Feys Konflikt mit der Zeit, „er kam immer zehn Minuten zu spät“, erzählten die politischen Weggefährten.

Kollegiale Führung

Sein kollegialer Stil im Umgang mit Menschen zeichnete die Amtszeit Feys aus, sagte Landrat Winfried Becker. Er habe das Gespräch mit Menschen gesucht und stützte sich dabei auf ein Netzwerk in der Gemeinde. Früh habe er die mangelnde Finanzierung der Kommunen beklagt, und folglich schlüpfte Frielendorf als erste Gemeinde Hessens unter den Rettungsschirm.

Nicht nachtragend

Nach 18 Jahren sei das Spiel zu Ende, verglich FWG-Sprecher Eckhard Schmidt-Pfähler die Amtszeit des Fußballfans Fey mit einem Fußballspiel. Seinem Nachfolger übergebe er eine Gemeinde mit ausgeglichenem Haushalt. Dank seiner Visionen habe Fey Frielendorf zu einer lebenswerten Gemeinde gestaltet, sagte SPD-Sprecher Gerhard Pflug. Er sei intelligent und klug, ohne intellektuell wirken zu wollen, beschrieb CDU-Sprecher Dietrich Hahn Fey. Bei aller Kompromissbereitschaft habe er auch deutliche Worte finden können, ohne nachtragend zu sein.

Das Amt streife man nicht ab, sagte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke. Vor allem, weil es für Fey nicht ein Job, sondern Berufung und die Krönung der politischen Karriere gewesen sei. Und der Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke, erinnerte sich an viele Anrufe, bei denen sich Fey über die Landesregierung beklagt habe. Ein Abschiedsgeschenk anderer Art überbrachte Pfarrer Marco Firnges. Unter dem Titel „Adventslied im Mai“, packte Firnges die Gitarre aus, und präsentierte ein Abschiedslied, in das alle Besucher einstimmten.

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare