Weidelsburg: Treppenaufgänge der Ruine werden neu gestaltet

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Schlag auf Schlag: Andreas Paul (links) und Carsten Liesegang passen zwei Basalt-Stelen ein. Links im Hintergrund das Info-Zentrum, rechts der Ost-Palas.

Ippinghausen. Auf knapp 500 Metern Höhe zu arbeiten, ist derzeit nicht ganz ohne Risiko. Carsten Liesegang und Andreas Paul sind seit einer Woche mit Arbeiten an der Weidelsburg beschäftigt

Und wenn ein Gewitter im Anzug ist, sollten sie schleunigst in ihren Transporter steigen und den Berg verlassen.

In den vergangenen Tagen, erzählen die beiden Mitarbeiter der auf die Sanierung denkmalgeschützter historischer Anlagen spezialisierten Firma Sosa, war das mehrfach der Fall. Am heftigsten sei es am Montag gewesen, als der Himmel seine Schleusen öffnete. An eine Fortsetzung der Arbeiten am Aufgang zum Info-Zentrum und zum Ost-Palas war da erstmal nicht zu denken.

Bis auf den Fels freigelegt

Im Auftrag von Hessen-Forst, dem heutigen Burgherrn, sind die beiden Fachleute dabei, die Zuwegung zur Baude und dem Palas mit der großen Aussichtsplattform auf Vordermann zu bringen. „Wir haben erstmal den Aufgang bis auf den Fels freigelegt, jetzt beginnen wir mit dem Neuaufbau“, sagt Andreas Paul.

Dazu haben die beiden Männer Basalt-Stelen vom Naumburger Bauhof geholt. Die stammten ursprünglich vom längst stillgelegten Basaltbruch hinter der Burg, dem Katzenloch, und waren noch bis vor kurzem in den Terrassen des Naumburger Friedhofs eingebaut. Für die Sanierungsarbeiten auf der Burg gäbe es keinen besseren Baustoff. Die Stelen werden in gut 2,50 Meter großen Abständen als Trittstufen gelegt, die Zwischenräume, erklärt Carsten Liesegang, werden dann aufgefüllt mit Kalk- oder Basaltschotter, das sei noch zu klären. Das Ziel: Der Aufgang soll auch für Menschen mit Bewegungseinschränkungen und ältere Burgbesucher komfortabel zu begehen sein. An der Seite zum Info-Zentrum soll zudem eine Rampe angelegt werden, auf der man Kinderwagen besser als bisher aufwärts schieben kann.

Neben den Arbeiten am Treppenaufgang, sagt Jochen Dittmar, im Forstamt Wolfhagen unter anderem zuständig für die Weidelsburg, stehen auch noch kleinflächige Verfugungen an. Insgesamt werden 20 000 Euro vom Land Hessen investiert. Während der vergangenen fünf Jahre, sagt Dittmar, habe das Land gut 1,1 Millionen Euro für die Sanierung der imposanten Ruine ausgegeben.

Nun habe man jedes Jahr ein Budget von 20 000 Euro zur Verfügung, um vor allem im Bereich der Verkehrssicherung nachzuarbeiten. Für 2016 habe man sich für die Runderneuerung des Aufgangs entschieden.

Bis zum Monatsende werden Paul und Liesegang mit den Arbeiten fertig sein, ganz gleich, wie viele Gewitterpausen sie in diesen Tagen noch einlegen müssen.

Die Weidelsburg im Regiowiki.

Quelle: HNA

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