Weihnachten mal anders: Vier Nationen beim Fest

Vorfreude auf Weihnachten: Eduarda (links) und Gastmutter Nicola Pflueger planen das Fest gemeinsam mit der Familie. Eduarda lernt in Deutschland neue Traditionen kennen. Foto: Heinz

Wenigenhasungen. Für Familie Pflüger aus Wenigenhasungen wird dieses Weihnachten wohl unvergesslich: Sie feiern gemeinsam mit ihrer brasilianischen Gastschülerin Eduarda.

Die Sonne fehle ihr am meisten, sagt Eduarda Lückemeyer Banolas und lacht. Die 16-jährige Brasilianerin ist seit September in Deutschland und lebt bei Familie Pflüger in Wenigenhasungen. In ihrer Heimat ist jetzt gerade Frühling. Im Süden Brasiliens können da schon mal 30 bis 40 Grad herrschen. Entsprechend schnell musste sich Eduarda mit ihrer Kleiderwahl auch in ihrer neuen Heimat auf Zeit anpassen. „Wir mussten erstmal Strumpfhosen kaufen“, sagt Gastschwester Kim, die genau wie ihr jüngerer Bruder und Eduarda auf die Wilhelm-Filchner-Schule geht. „In Brasilien ist die Kleidung schon etwas freizügiger als hier. Das war eine ganz schöne Umgewöhnung“, sagt die 16-Jährige.

Weihnachten am Strand 

Gerade in der Vorweihnachtszeit mache sich hin und wieder Heimweh bemerkbar. „In Brasilien feiern wir Weihnachten immer in großer Runde am Strand. Da kommt dann die ganze Familie zu einem großen Essen zusammen, meistens sind es um die 30 Leute“, erzählt Eduarda.

Nicht ganz so viele Menschen, dafür aber Menschen aus verschiedenen Nationen, wird sie beim diesjährigen Weihnachtsfest in ihrer Gastfamilie um sich haben. „Kims Freund aus den USA wird kommen. Außerdem mein ältester Sohn aus Österreich und natürlich die Großeltern aus Deutschland“, sagt Gastmutter Nicola Pflüger. Hier schließt sich der Kreis, denn Eduarda hat, wie der Nachname Lückemeyer vermuten lässt, deutsche Wurzeln. Das erklärt auch, warum Eduardaso gut Deutsch spricht. Bereits mit vier Jahren hat sie angefangen, die Sprache zu lernen. Die Gasttochter ist voll und ganz in die vorweihnachtlichen Traditionen der Familie eingebunden: Plätzchen backen und nette Kleinigkeiten aus dem Strumpf-Adventskalender am Ofen im Wohnzimmer verkürzen die Wartezeit bis zum Fest. Auf den Weihnachtsmärkten in Kassel und Frankfurt war Eduarda mit Familie Pflüger auch schon. „Außerdem waren wir natürlich schon ein paar Mal shoppen“, sagt Nicola Pflüger. Ein Gegenbesuch in Brasilien ist im Moment zwar noch nicht geplant, aber „die Einladung steht. Ihr seid jederzeit willkommen“, sagt Eduarda. Im Januar ist erstmal ein gemeinsamer Ski-Urlaub in Österreich geplant. „Spätestens da wird Eduarda endlich mal Schnee sehen“, sagt Pflüger.

Organisiert wurde der Schüleraustausch von der Jugendtauschorganisation AFS. Weitere Informationen gibt es unter: www.afs.de

Von Christine Heinz

Quelle: HNA

Kommentare