Weihnachten und Flüchtlinge: Viele Wünsche an Baba Noel

Freunden sich mit der deutschen Kultur an: Weihnachten ist schön, sagen Farhad Assadi, Ali Sadat und Amrrollah Tovik aus Afghanistan. Foto: Thiery

Homberg. Wenn sich Ali Sadat etwas vom Weihnachtsmann wünschen könnte, dann würde er gern seine Eltern und Geschwister wieder sehen. Zurzeit ist das für den Afghanen nicht möglich.

Seine Familie lebt im Iran, er floh vor eineinhalb Jahren nach Deutschland und wohnt zurzeit in Homberg.

Aber der 19-Jährige weiß ja, dass es den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt und hofft zunächst erst einmal, dass seine Aufenthaltsgenehmigung verlängert wird und er in Deutschland bleiben kann.

Bis dahin arbeitet der 19-Jährige an seinem Hauptschulabschluss bei der Starthilfe. Er ist ehrgeizig, bestätigen die Erzieher, und er spricht schon ganz gut deutsch.

Ziel der Förderung durch die Starthilfe ist es auch, den Flüchtlingen die einheimische Kultur nahe zu bringen, sagt Sozialarbeiterin Gabriele Steinbach. Und sie stoße auf Offenheit. In den vergangenen Wochen bastelten sie mit Sozialpädagogin Uschi Steube Weihnachtsmänner, bemalten Tannenzapfen und buken Plätzchen für den Weihnachtsmarkt in Borken, wo sie die Dinge auch verkauften. So erfuhren sie etwas vom deutschen Brauch und sie mögen es. Sie bemerken die vielen Lichter auf den Märkten, den Schmuck und dass etwas anders mit den Menschen ist. Sie seien so fröhlich.

„Weihnachten ist schön“, sagen die Männer, und man merkt, das meinen sie durchaus ernst. Einige erleben schon das zweite Weihnachten in der Region. Sie haben im vergangenen Jahr in der Stadtteilagentur das Fest gefeiert und wollen das auch dieses Jahr wieder tun.

Für die Muslime ist das gar nicht so ungewöhnlich, wie man denken könnte. Ali kennt den Weihnachtsmann aus seiner Kindheit im Iran. Dort werde er Baba Noel genannt. Und die Kinder wünschten sich von ihm Geschenke. Er kann sich erinnern, einmal eine kleine Spielekonsole bekommen zu haben. Das alles sei aber eher kommerziell und habe nichts mit der Religion zu tun.

Seit dem Krieg gebe es in Afghanistan keine große Freude und schon gar keine Geschenke, sagt Landsmann Amrollah Tovik. Mit dem Wunsch an den Weihnachtsmann ist er zurückhaltend. Dennoch erinnert er sich, es gebe gegen Ende des Jahres in vielen Ländern des mittleren und nahen Ostens so etwas Ähnliches wie ein Neujahrsfest, und manche Familie beschenkten die Kinder und es sei festlich geschmückt. (zty)

Quelle: HNA

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