Postbote hat viel zu tun

In einer Liga mit dem Weihnachtsmann

Weihnachtsbote der Deutschen Post: Michael Schwab beliefert bis Heiligabend täglich rund 700 Haushalte in Zierenberg mit Briefen und Päckchen. Foto:  zhf

Zierenberg. Michael Schwab hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun: Der Altenhasunger ist Postbote, und die Vorweihnachtszeit geht für die Paketzusteller so richtig an die Substanz.

Gelb-schwarze Jacke statt rotem Kuschelmantel, motorisierte Kutsche statt Rentierschlitten und Posthorn statt Weihnachtsglöckchen: Auch wenn Michael Schwab optisch in keinster Weise an den Weihnachtsmann erinnert, fühlt er sich in diesen Tagen doch ein wenig wie der rauschbärtige Weihnachtsbote. Bote ist schließlich auch er, Postbote, wie rund 90 000 andere Frauen und Männer in ganz Deutschland, die in den Wochen vorm Fest von Besinnlichkeit nur träumen können.

700 Haushalte 

„Bei uns brennt die Hütte“, sagt Schwab, der seit vielen Jahren jeden Morgen pünktlich um 7 Uhr seinen Dienst antritt. Bevor er aber zu den 700 Haushalten aufbricht, die er Tag für Tag in Zierenberg mit unzähligen Briefen und Paketen versorgt, gilt es eben diese in der Dörnberger Postfiliale für seine Tagestour vorzubereiten. Anders als der Weihnachtsmann nämlich hat er keine kleinen Wichtel, die das für ihn erledigen. Briefe müssen im Zustellspind vorsortiert, Pakete auf die einzelnen Bezirke verteilt und dann alles ins Auto eingeladen werden. „Das dauert schon seine Zeit, gerade jetzt, wo wir ungefähr doppelt so viele Päckchen wie sonst befördern, bis zu 150 pro Tag“, sagt der 46-Jährige, der in der Regel gegen 9.30 Uhr seine Tour durch das Warmestädtchen antritt.

„Bei uns brennt die Hütte.“ 

Nicht selten werden sein Besuche da heiß ersehnt, gerade jetzt, kurz vor Weihnachten, wenn die Onlinehändler in letzter Sekunde unzählige Weihnachtsgeschenke auf den Weg zu ihren Kunden schicken.

Ab und an seien die Päckchen auch mal in buntem Weihnachtspapier eingewickelt, „aber nicht mehr so oft wie früher“, sagt der Altenhasunger, der trotz des mächtigen Zeitdrucks immer ein Lächeln im Gesicht und ein freundliches „Hallo“ oder „Guten Morgen“ auf den Lippen hat. Das wissen die Menschen zu schätzen und warten in den Tagen vorm Fest nicht nur wegen der Post auf ihren Briefträger, sondern auch, weil sie sich mit einem kleinen Präsent für die harte Arbeit bei ihm bedanken wollen. „Es kommt schon vor, dass ich abends mit dem ein oder anderen Tütchen Schokolade oder selbstgebackenen Plätzchen nach Hause fahre, ein Fläschchen Wein gibt es auch schon mal.“

Das sind die schönen Seiten am ansonsten stressigsten Monat des Jahres. Und damit er den gut übersteht und nicht in der Paketflut untergeht, hat die Deutsche Post vorgesorgt und ihm Unterstützung zur Seite gestellt. „Um Mittelstraße und Marktplatz muss ich mich aktuell nicht kümmern, das übernimmt mein Entlaster“, sagt er und freut sich, dass auch er in der Weihnachtszeit meist pünktlich am frühen Abend zuhause in Altenhasungen sein kann.

Entlastung 

Schließlich ist Michael Schwab nicht nur Postbote, sondern auch Familienvater, und an Heiligabend ist er nur für seine Frau und die zwei Kinder da - wenn die letzten Päckchen verteilt sind, die gelbschwarze Jacke am Haken hängt und die Weihnachtsglöckchen das Posthorn ablösen.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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