Deutsch-rumänischer Partnerschaftsverein

Wie Weihnachten im November: Tonnen an Spenden für Rumänien

Neuental. Sechs Tonnen gebrauchte Kleidung, 150 prall gefüllte Schulranzen, 30 Rollstühle und zehn Rollatoren, zwei OP-Tische, Fahrräder, Betten, Lattenroste und Stühle: Das alles stapelte sich bis vor Kurzem noch im ehemaligen Munitionslager in Dorheim.

Mittlerweile ist alles verladen und wird vom „Partnerschaftsverein Hamlesch (Amnas), Braller (Bruiu), Michelsberg (Cisnadioara), Siebenbürgen“ aus Neuental nach Rumänien gebracht. Es sind alles Spenden für bedürftige Menschen.

Gelagert waren die Kartons, die sich angesammelt hatten, in den ehemaligen Militärlagerhallen. Acht Vereinsmitglieder fahren die 4000 Kilometer von Neuental in die rumänischen Partnerstädte, Endstation: Hermannstadt in der Region Siebenbürgen. Von dort aus werden die Spenden an bedürftige Kinder und Familien verteilt.

„Wir fahren jedes Jahr 15 Tonnen Spenden dorthin; seit 23 Jahren“, sagt der Vereinsvorsitzende Otto Döhrn, der selbst seit Jahrzehnten mitfährt. Die Spender bringen die Sachen, die sie loswerden möchten, direkt zum Munitionslager, wo die alten Kleider und Möbel in mehreren Hallen gelagert werden. Eberhard Neurath von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben stellt dem Verein die Hallen seit zwei Jahren kostenfrei zur Verfügung.

Etliche Spenden sind allerdings nicht mehr zu gebrauchen. Fünf Frauen aus Waltersbrück schauen, ob die gespendeten Kleider sauber sind und sortieren im Vorfeld viel aus.

Vier Transporter mit Anhängern sind mit je 20 Kubikmetern Spenden gefüllt worden. Döhrn fährt heute einen davon Richtung Oberbayern, um dort noch eine Spende abzuholen; sein Anhänger ist noch leer. Denn im Krankenhaus Agatharied am Tegernsee stehen acht Krankenliegen- und betten für Kinder und Untersuchungsgeräte. „Am Samstagabend treffen wir uns dann mit dem Rest der Truppe in Tata“, so Döhrn.

Tata, eine Stadt 70 Kilometer entfernt von Budapest, ist einer der zwei Orte, an denen die Mannschaft rastet. „Dort übernachten wir eine Nacht in einem Jugendhotel, von Tata aus fahren wir dann weiter nach Hermannstadt.“

Mehr als 50 Prozent der Spenden, die der Verein mehrmals im Jahr wegfährt, kommen aus Nordhessen. Das meiste aus dem Schwalm-Eder-Kreis, unter anderem aus Borken und Bad Zwesten, sagt Döhrn.

„Bevor wir losfahren, stellen wir uns zusammen und beten gemeinsam das Vaterunser“, sagt Dörn. Bisher habe das immer geholfen.

„Jeder trägt die Übernachtungskosten selbst, pro Person 200 Euro.“ Die Fahrtkosten von 3500 Euro werden durch Einnahmen beim Benefizkonzert in Zimmersrode finanziert.

Fotos: Diese Sachen gehen nach Rumänien

Partnerschaftsverein sammelt Sachspenden

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Fotos: Nickoll

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