Weihnachtsmann im Interview: "Bloß kein Kriegsspielzeug"

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Griechische Bergziegen bringen es nicht: Der Weihnachtsmann setzt wieder auf Rentiere, verrät er im HNA-Interview.

Fritzlar/Homberg. Der Weihnachtsmann spricht im HNA-Interview über Schuhe, Schirme und die Krise.

Es wird von Jahr zu Jahr schwerer, den Weihnachtsmann zu einem Interview zu gewinnen. Über einen Mittelsmann klappte es doch.

Von Olaf Dellit

Hallo, spreche ich jetzt mit dem Weihnachtsmann?

Weihnachtsmann: Nun ja, der offizielle Titel lautet CEO der Weihnachtsmann AG, der X-mas Holding und der Holy Night Corporation. Aber meinetwegen dürfen Sie weiter Weihnachtsmann sagen. Obwohl ich eigentlich keine Interviews mehr gebe.

Hatten wir die Diskussion vor einem Jahr nicht schon mal?

Weihnachtsmann: Ja schon, aber es wird ja auch immer schlimmer mit den Medien. Kürzlich wurde ich verdächtigt, ich würde meine Rentiere mit genveränderten Lebkuchen dopen. Stellen Sie sich das mal vor.

Ich dachte, Sie wollten auf griechische Bergziegen umsteigen.

Weihnachtsmann: Ja, aber die streiken inzwischen ja nur noch. Und Rentiere sind wieder viele auf dem Arbeitsmarkt.

Wie kommt das denn?

Weihnachtsmann: Tausende Rentiere hatten vor einem Jahr noch Jobs als Dekorationsartikel bei Schlecker, jetzt klopfen sie alle bei mir an und bitten um eine Stelle. Dabei ist die Umschulung nicht ganz einfach.

Also hadern Sie mit den Medien?

Weihnachtsmann: Es ist ja nicht bei der Dopingdebatte geblieben. Man hat mir auch angekreidet, dass ich bei meinem Freund, dem Osterhasen, kostenfrei Urlaub gemacht habe.

Da hätten Sie ja auch wirklich etwas bezahlen können. Wo waren Sie denn?

Weihnachtsmann: Auf der Osterinsel natürlich. Und dann die Sache mit der Queen.

Mit der Queen?

Weihnachtsmann: Sie sitzt ja seit 60 Jahren auf dem Thron. Da wurde unterstellt, so viele Jahre würde ich nicht schaffen. Dabei habe ich schon der seligen Queen Victoria die Schokolade in den königlichen Strumpf gesteckt. Was rege ich mich auf? Da habe ich eigentlich gar keine Zeit für.

Sie haben bestimmt viel zu tun. Was wünschen sich die Menschen denn hier im Schwalm-Eder-Kreis?

Weihnachtsmann: Da gibt es ja immer Besonderheiten. Zum Beispiel aus Fritzlar, da wünscht sich ein Herr Spogat neue Schuhe.

Wahrscheinlich hat er Probleme mit den Fußstapfen seines Vorgängers?

Weihnachtsmann: Genau, die sind ihm zu klein. Wahrscheinlich ist der Mann ziemlich groß.

In der Tat, welche großen Geschenke stehen denn noch auf den Wunschzetteln?

Weihnachtsmann: Blasen.

Wie bitte?

Weihnachtsmann: Ja, Blasen. In Bad Zwesten will offenbar jemand Bubbles, also Blasen, in seinen Tee tun. Dafür wünscht er sich säckeweise Blasen. Verstehe ich auch nicht.

Und sonst?

Weihnachtsmann: Sonst sind Schirme sehr gefragt. Ich hatte meinen Chefaufkäufer also beauftragt, schicke Regenschirme zu kaufen. Nun stelle ich fest, tatsächlich ging es um Schutzschirme. Nun frage ich Sie, wo ich die kriegen soll?

Die gibt es beim Land Hessen, aber die kosten etliche Millionen.

Weihnachtsmann: Na toll, dann kann ich auch gleich Griechenland retten. Hohoohooo!

Finden Sie das witzig?

Weihnachtsmann: Eigentlich nicht. Ich spüre die Krise ja auch, plötzlich wünschen sich alle Immobilien.

Tatsächlich?

Weihnachtsmann: Und zwar die merkwürdigsten. An Bahnhöfe, wie in Wabern, hatte ich mich ja inzwischen gewöhnt. Dieses Jahr wollen plötzlich alle Ärztehäuser, Einkaufszentren und sogar ein Gefängnis oder so was ähnliches. In Homberg wollten sie sogar eine Kaserne haben, dabei verschenke ich aus Prinzip kein Kriegsspielzeug.

Das klingt nach viel Arbeit.

Weihnachtsmann: Fragen Sie mal die Rentiere, wie die das finden. Die machen ständig unbezahlte Überstunden. Wenn das die Medien mitkriegen, bin ich endgültig erledigt.

Äh, ich bin doch auch bei den Medien.

Weihnachtsmann: Ach, verdammt, das hatte ich komplett vergessen! Dann auf Wiederhören... [aufgelegt].

Quelle: HNA

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