Über Eon, Minister und die FDP

Der Weihnachtsmann  im Interview: Ein Tag hat 39 Stunden

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Immer auf Achse: Der Weihnachtsmann hat in diesen Tagen keine freie Minute und dann auch noch jede Menge Ärger mit der Politik.

Der Weihnachtsmann wollt eigentlich gar keine Fragen mehr beantworten. Nur aus alter Verbundenheit gab er uns ein Interview.

Hallo, Herr Weihnachtsmann.

Weihnachtsmann: Sie haben sich verwählt!

Aber da ist doch der Weihnachtsmann, oder nicht?

Weihnachtsmann: Ja, aber Sie haben sich trotzdem verwählt!

Wie meinen Sie das?

Weihnachtsmann: Na, die Bundestagswahl. Seitdem geht es bei mir drunter und drüber.

Was haben Sie denn mit Politik zu tun?

Weihnachtsmann: Die Rentiere verlangen jetzt schon Mindestlohn. Und mit der 167-Stunden-Woche sind sie auch nicht mehr einverstanden.

Das ist aber auch arg viel.

Weihnachtsmann: Ist ja nur in der Saison, eine Stunde Pause reicht. Ich arbeite teilweise noch mehr, bis zu 39 Stunden am Tag

Das geht ja gar nicht.

Weihnachtsmann: Natürlich geht das, ich bin schließlich der Weihnachtsmann. Das ist aber noch nicht das Schlimmste an der Politik.

Sondern?

Weihnachtsmann: Die Wunschzettel. Vergangenes Jahr war noch alles klar. Die Roten wünschten sich grün, die Schwarzen gelb.

Und jetzt? Die Schwarzen wollen grün, die Roten schwarz. Wer soll denn da noch durchsteigen? Bisher war immer klar, dass man einem Grünen als Klassiker ein Nachtflugverbot auf das Gabentischchen legen kann, jetzt mäkeln sie dran herum.

Sonst noch Auffälligkeiten bei den Wunschzetteln?

Weihnachtsmann: Der neue Klassiker für Hobbypolitiker scheinen Energiekonzerne zu werden, das wünschen sich fast alle. Nur die FDP tanzt aus der Reihe. Eine gewisse Frau Reich möchte statt der Eon lieber eine Ahle Wurscht. Hauptsache, sie müsse nicht Vegetarierin werden, steht auf ihrem Wunschzettel.

Aber Geld spielt bei Ihnen doch keine Rolle?

Weihnachtsmann: Keine Rolle? Das ganze Weihnachtsmanngeschäft ist in einer Stiftung organisiert, und es gibt kaum noch Zinsen. Dann hatte unser Finanzberater auch noch in griechische Anleihen investiert. Hätte er mal lieber Aktien der Südzucker AG gekauft. Aber auf mich hört ja keiner.

Also ist es knapp dieses Jahr.

Weihnachtsmann: Allerdings, wir behelfen uns mit einer Notlösung und verschicken an alle Smartphone-Nutzer die Weihnachtsmann-App. Die kostet uns fast nichts, kommt aber prima an. Man kann damit seinen Wunschzettel automatisiert twittern, facebooken, posten und mailen – in der Hoffnung, dass jemand das Geschenk dann finanziert.

Und das soll funktionieren?

Weihnachtsmann: Ich glaube nicht, aber wir gewinnen Zeit.

Was ist im Schwalm-Eder-Kreis sonst Thema?

Weihnachtsmann: Ich hatte Besuch von der NSA. Die wollten alle Wunschzettel einsehen. Warum, habe ich gefragt. Sie antworteten mit einem Beispiel: In einer Zucker- oder Sauerkrautfabrik könne man auch biologische Kampfstoffe herstellen. Also wirklich, wer glaubt das denn?

Und sonst?

Weihnachtsmann: Es gibt hier einen Staatssekretär aus Guxhagen, der wollte gerne ein Ministeramt. Das habe ich nicht hinbekommen.

Fragen Sie doch mal in Wiesbaden an.

Weihnachtsmann: Ist da rot-gelb? Schwarz-weiß? Rot-rot-schwarz-gelb? Jamaika?

Sie sind ja völlig verwirrt.

Weihnachtsmann: Ich habe außerdem noch Ärger mit den Engeln. Ich hatte zu einem gesagt, er könne auch größere Flügel ausfüllen. Das sei Sexismus, hieß es. Nix als Ärger!

Jetzt weiß ich, was Sie sich zum Fest wünschen sollten.

Weihnachtsmann: Und?

Ein politisches Navigationsgerät.

Weihnachtsmann: Sehr witzig! Jetzt muss ich aber auflegen, die Woche hat schließlich nur zwölf Tage.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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