Kinder der Grundschule am Schloth besuchen einmal pro Woche eine Rückenschule

Weil Bewegung gut tut

Der Schwamm als Bandscheibe: In der Kinderrückenschule bei Ina-Karla Reuß lernen die Kinder der Grundschule am Schloth spielerisch, wie wichtig Bewegung ist. Foto: Slawik/nh

Melsungen. „So ein Schwamm ist genau wie ein Bandschi, also eine Bandscheibe“, erklärt die Physiotherapeutin Ina-Karla Reuß den 13 Kindern, die einmal pro Woche nach dem Unterricht die Kinderrückenschule besuchen. Gefördert wird der Kurs mit 648 Euro von der Aktion „Kinder für Nordhessen“, die von der HNA ins Leben gerufen wurde.

„Ein Bandschi besteht aus Wasser, ein Schwamm kann Wasser aufnehmen. Und er nimmt besonders gut Wasser auf, wenn man ihn bewegt“, sagt Reuß. Denn Bewegung, lernen die Zweitklässler der Melsunger Grundschule am Schloth, ist die wichtigste Voraussetzung für einen gesunden Rücken.

In zehn Kurseinheiten vermittelt Ina-Karla Reuß den Kindern, ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln und automatisch eine gesunde Rückenhaltung einzunehmen.

Dabei wirken die Unterrichtsstunden in der Kinderrückenschule wie eine Mischung aus Biologie und Sportunterricht. In anschaulichen und kindgerechten Theorieblöcken lernen die Kinder Wissenswertes über die Wirbelsäule und die Bandschis, die Bandscheiben. Anschließend werden diese bei sportlichen Spielen und Gymnastikübungen bewegt und gefordert. „Die Kinder sollen nach den zehn Stunden gelernt haben, dass Bewegung gut tut“, sagt Reuß. Da fast jedes zweite Schulkind unter Rückenproblemen leide, sei es wichtig, frühzeitig mit Kraft- und Haltungsübungen zu beginnen.

Ebenso wie häufiges Sitzen vor dem Fernseher, dem Computer oder in der Schule seien zu schwere und falsch getragene Schulranzen der Auslöser für Rückenschmerzen. Deshalb lädt Ina-Karla Reuß die Kinder am Ende des Kurses zu einem Schulranzen-TÜV ein.

Die Kinderrückenschule ist ein Angebot der Schule, für das Eltern ihre Kinder anmelden können, aber nicht müssen. Insgesamt nehmen 23 Kinder an der Kinderrückenschule teil. „Ich habe noch nie erlebt, dass ein Kind nicht mehr wiedergekommen ist, weil es keinen Spaß gemacht hat“, sagt Ina-Karla Reuß.

Nachdem das Angebot voriges Jahr eingeführt wurde, erfreut es sich großer Beliebtheit bei Kindern. Und anscheinend auch bei Eltern. „Ich weiß, dass die Kinder zu Hause ihren Eltern eine positive Rückmeldung geben und auch am Esstisch automatisch gerade sitzen“, sagt Reuß.

Von Till Slawik

Quelle: HNA

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