Ist der weiße VW-Bus ein Phantom?

Elternpolizei: In Zierenberg holten Eltern vergangenen Jahres ihre Kinder eine Zeitlang von der Schule ab. Foto: Archiv 

Wolfhager Land. Phantom oder reale Gefahr? „Ein weißer Kleinbus vor der Schule, Unbekannte, die Kinder ansprechen“ – diese Warnung verbreitet sich derzeit rasant im Internet über das soziale Netzwerk Facebook und verunsichert Eltern, Lehrer und Kinder.

Das beschriebene Phänomen taucht auch im Wolfhager Land immer wieder auf.

Ende vergangenen Jahres waren Eltern aus Zierenberg, Breuna und Vellmar in heller Aufregung: Mehrfach wurdenSchüler der Fritz-Hufschmidt-Grundschule, der Elisabeth-Selbert-Schule und der Grundschule Obervellmar von unbekannten Männern angesprochen. Auch in Wettesingen meldete die Polizei einen Fall: Dort wurde ein sechsjähriges Mädchen aus einem weißen VW-Bus mit grüner Plane angesprochen.

Sie habe berichtet, dass der Mann in englischer Sprache fragte, ob er sie mit zum Kindergarten nehmen solle. Daraufhin lief das Mädchen und ihre Begleiterin, eine Schülerin der vierten Klasse, davon. Der Fahrer soll etwa 30 Jahre alt gewesen sein und schwarze, schulterlange Haare getragen haben.

In Zierenberg hatte ein Vater ebenfalls einen weißen VW-Bus mit Frankfurter Kennzeichen beobachtet. Nach Beschreibung der Kinder waren es ältere Männer Ende 50. Die Kinder sollen aufgefordert worden sein, ins Fahrzeug zu steigen, um den Männern zu zeigen, „wo man in Zierenberg Kaffee trinken kann“.

Aktuell gab es in diesen Tagen einen Fall aus Willingen, wo Kinder von dem Fahrer eines VW-Busses angesprochen worden seien. „Die Polizei nimmt solche Hinweise sehr ernst und überprüft alle entsprechenden Hinweise. Bislang haben sich aber alle Meldungen nicht bestätigt“, sagt ein Polizeisprecher.

Die Polizei gibt dennoch Tipps, wie sich Eltern und Kinder verhalten sollten, wenn die Kinder von Fremden angesprochen werden.

• Wenn Ihr Kind von einem Vorfall berichtet, bei dem es von einer fremden Person angesprochen und sogar bedrängt wurde, bemühen Sie sich zunächst, Ruhe zu bewahren. Vermitteln Sie Ihrem Kind, dass es jetzt bei Ihnen sicher ist und loben Sie es dafür, dass es sich Ihnen direkt anvertraut hat.

• Glauben Sie dem Kind und hören Sie seiner Schilderung aufmerksam zu, ohne „nachzubohren“ oder Vorhaltungen zu machen (...aber ich habe Dir doch hundert Mal gesagt, dass Du das nicht machen sollst).

• Verständigen Sie in Akutsituationen sofort über Notruf 110 die Polizei, damit sie weitere Maßnahmen zeitnah einleiten kann.

Bei Facebook gibt es eine Gruppe „Unbekannte sprechen Kinder an“. Hier tauschen User die aktuellen Informationen aus.

Von Bea Ricken und Ingo Happel-Emrich

Quelle: HNA

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