So weit die Füße tragen: Ein Känguru ist noch unterwegs

Röhrenfurth. Zwei Kängurus – zwei Ausreißer. Erst eines der beiden Männchen ist wieder im Tierpark Rose in Melsungen-Röhrenfurth. Das andere ist noch immer auf freiem Fuß. Zuletzt wurde es in Empfershausen gesichtet. 

Eigentümer Dirk Rose hat dort Liegestellen entdeckt, an denen das Tier sich offensichtlich regelmäßig aufhält. Känguru Nummer eins ist seit Mittwoch wieder im Tierpark. Es hat einen gesunden Appetit und auch sonst gebe es keine Anzeichen, dass etwas mit dem Tier nicht stimme, sagt Dirk Rose. Der Kot habe gezeigt, dass das etwa dreijährige Männchen sich während seines Ausflugs ausreichend und nicht überhastet ernährt habe.

Warm und keine Feinde

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Bennet-Kängurus kommen aus Tasmanien, einer Insel südlich von Australien. „Die Temperaturen dort sind ähnlich wie hier“, sagt Rose. Das Wetter habe dem Tier also keine Probleme bereitet. Außer dem Luchs habe es hierzulande keine Fressfeinde. Andererseits gehören Kängurus nicht zum Beuteschema eines europäischen Luchses. Da es sich auch von Gras ernährt, habe es genug zu Fressen vorgefunden.

Scheue Tiere

Zusammen mit einer Tierärztin hat Rose das Känguru in Quentel eingefangen. Trotz der Liegestellen, die Dirk Rose bei Empfershausen fand, ist es schwierig, das Tier zu erwischen. Zum einen sind Kängurus sehr scheu. „Sobald eine Gefahr auftaucht, flüchten sie“, sagt Rose. Zum anderen kann man das Känguru nicht einfach mit einem Betäubungspfeil beliebig treffen.

„Der Schuss muss gezielt platziert werden, um es nicht zu verletzen.“ Dafür ist es nötig, dass es sich möglichst nicht bewegt. „Den richtigen Moment zu erwischen, ist ein Geduldspiel.“

Die Tiere überhaupt zu Gesicht zu bekommen, ist ebenfalls nicht leicht. Mit ihrem braunen Fell heben sie sich oft nur schlecht von ihrer Umgebung ab.

Stress mit Emus?

Wie die Tiere entwischen konnten, weiß Dirk Rose nicht genau. Vielleicht hat es Streit mit den Emus gegeben, mit denen die beiden im Gehege waren, sodass sie mit einem Satz über den Zaun die Flucht ergriffen. Weitere Sicherheitsmaßnahmen will Dirk Rose nicht ergreifen. „Das soll keine Festung werden“, versichert er. Hinweise, wo sich das zweite Känguru aufhält an Tel. 05661/4331 (Tierpark Rose).

Von Eugen Maier

Quelle: HNA

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