75-jähriges Bestehen: 1936 wurde der Frauenkreis Wasenberg gegründet

Weit mehr als der Glaube

Gruppenbild mit einem Herrn: Der Frauenkreis Wasenberg freut sich gemeinsam mit Pfarrer Carsten Simon auf den Jubiläumsgottesdienst am 25. März. Danach ist ein Empfang im evangelischen Gemeindehaus geplant. Foto: Rose

Wasenberg. Der Frauenkreis Wasenberg feiert am vierten Märzwochenende 75-jähriges Bestehen. Gegründet wurde der Treffpunkt für Schwälmer Frauen 1936 von Pfarrer Roth. Zuvor gab es die so genannte Jungmädchenstunde – für noch Unvermählte. Als Zusatzangebot für Verheiratete wurde schließlich der Frauenkreis ins Leben gerufen.

Ein Mal in der Woche kamen die Wasenbergerinnen im evangelischen Gemeindehaus zusammen. Nach einer Andacht widmeten sich die Frauen christlichen Themen, sangen Lieder, handarbeiteten und bastelten. Bis 1990 leitete der Pfarrer den Kreis, seitdem gibt es ein Team, das die Themen auswählt und vorbereitet.

Ein Grund war, dass die Pfarrstelle in Wasenberg besonders häufig vakant war – und so nahmen die Frauen die Organisation kurzerhand selbst in die Hand und knüpften Kontakte, etwa zur Leiterin der Landesfrauenkonferenz. Heute besteht das Team aus drei Frauen und dem Pfarrer. Jeweils für ein Vierteljahr werden die Themen festgelegt.

Basare für guten Zweck

Doch längst ist es nicht allein der Glaube, über den die Frauen diskutieren: „Wir sprechen genauso über aktuelle Themen wie Gleichberechtigung oder Politik“, erklärt Helga Christ. In den 1980er- und 90er-Jahren organisierten die Frauen sehr erfolgreich Handarbeitsbasare, deren Erlöse jungen Christen in Asien oder Projekten wie Mutter-Kind-Heimen zugute kamen.

Einander besser kennen lernten sich die Wasenbergerinnen auf gemeinsamen Reisen. Ein Mal im Jahr wird eine Tagesfahrt angeboten, seit 1987 gibt es aber auch mehrtägige Studienangebote und Freizeiten. Eine Herzensangelegenheit ist dem Frauenkreis die Vorbereitung des jährlichen Weltgebetstages – zusammen mit Frauen aus Willingshausen und Merzhausen. Auch beim Frauenreformationstreffen wirken die Damen vor und hinter den Kulissen mit.

In der dörflichen Gemeinschaft ist der Frauenkreis fest verankert. Kein Fest der Kirchengemeinde vergeht ohne die Unterstützung durch die Damen.

„Bei uns ist nicht nur das alte Eisen willkommen.“

Hilde Schmitt

Egal, ob bei der Bestückung des Kuchenbuffets oder Tanz- und Mitmachangeboten. Etabliert hat sich seit Mitte der 80er-Jahre ein Osterfrühstück. Gern schaut die Runde auch über den Tellerrand hinaus: Freundschaften pflegen die Wasenbergerinnen mit den Frauenkreisen Loshausen und Leimsfeld.

Ein Augenmerk hat der Frauenkreis stets auf die Wasenberger Kirche. Sie sammelten Geld für ein Altartuch, für Kerzenständer und das Kreuz. Auch für die Orgel und den Fußweg zum Gemeindehaus stiftete der Kreis. Hilde Schmitt kümmert sich um den Blumenschmuck auf dem Altar. „Unsere Hilde ist da eine ganz Wilde“, sagen die anderen Frauen. Freuen würden sich die Damen über den Besuch jüngere Frauen. „Bei uns ist nicht nur das alte Eisen willkommen.“ (zsr) • Treffen des Frauenkreises ist jeden Donnerstag, 19.30 Uhr, im Gemeindehaus.

Quelle: HNA

Kommentare