Tempolimit wird ohne Kontrollen missachtet 

Keine Überquerungshilfe an Bundesstraße 254 in Unshausen in Sicht 

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Laut und gefährlich: Auf der Ortsdurchfahrt der B 254 in Unshausen und Hebel sind viele Lastwagen unterwegs, vor allem, wenn es einen Stau auf der A 7 gegeben hat. Ein nächtliches Tempo-Limit gibt es zwar, es wird aber unzureichend überwacht, wie Unshausens Ortsvorsteher Dieter Corpataux (Foto) meint. Auch eine Überquerungshilfe wäre dringend nötig.

Unshausen. Dieter Corpataux ist seit 30 Jahren Ortsvorsteher des Waberner Ortsteils Unshausen, und genauso lange kämpft er gegen Lärm und Gefahren, die von der Ortsdurchfahrt der B 254 ausgehen. Der 67-Jährige ärgert sich, wie wenig von den Versprechen zu halten ist, die vor Wahlen abgegeben werden.

Vor der Bundestags- und Landtagswahl im Herbst 2013 war zugesagt worden, dass es eine Überquerungshilfe in Höhe der Tankstelle geben werde. Sie sollte gebaut werden, wenn die Kampagne der Zuckerrübenfabrik beendet ist. Eine Baugenehmigung liege längst vor, aber sonst habe sich nichts getan.

Mit einer Blockade der Bundesstraße kurz vor den Wahlen hatten die Unshäuser auf ihre Sorgen aufmerksam gemacht. Die Belastungen seien noch stärker geworden, seit die Helterbachtalbrücke gebaut wird und es auf der A 7 regelmäßig zu Staus kommt.

Der Umleitungsverkehr läuft unter anderem durch die Waberner Ortsteile Unshausen und Hebel. Ein nächtliches Tempo-Limit (30 km/h) für Lastwagen wurde im September zwar erlassen, aber ohne wirksame Kontrolle laufe diese Anordnung ins Leere, sagt Dieter Corpataux. Auf der Piste werde weiter viel zu schnell gefahren.

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Die Aussicht, dass in absehbarer Zeit eine Querungshilfe gebaut wird, ist eher vage. Während es eine Bedarfsumleitung gebe (in diesem Fall wegen der Helterbachtalbrücke), könne nicht auch noch auf der Umleitungsstrecke selbst eine Baustelle (Querungshilfe) eingerichtet werden, erklärte Horst Sinemus, Pressesprecher von Hessen Mobil. Allerdings werde geprüft, ob sich dafür nicht doch ein Zeitraum finden lasse.

„Das ist nicht das, was abgesprochen war“, sagt Mark Weinmeister (CDU), der sich vor der Landtagswahl für ein Tempolimit und eine Überquerungshilfe eingesetzt hatte. Weinmeister, früher Staatssekretär im Umweltministerium jetzt in gleicher Funktion für Bundes- und Europaangelegenheiten zuständig, kündigte an, dass er sich im Wirtschaftsministerium noch einmal für die Interessen der Unshäuser einsetzen werde. „Ich bin da ganz auf der Seite des Ortsvorstehers“, sagte Weinmeister.

„Das Ganze ist ein absolutes Drama“, meint Waberns Bürgermeister Günter Jung. Eine genehmigte Planung für eine Überquerungshilfe gebe es bereits seit 2012, und vor den Wahlen sei von Hessen Mobil zugesichert worden, dass nach der Rübenkampagne gebaut werde. Das gelte aber jetzt offenbar nicht mehr.

An Grenzen stößt Dieter Corpataux auch was die Überwachung des nächtlichen Tempo-Limits für Lastwagen angeht. Dafür sei der Ordnungsbehördenbezirk Borken zuständig, dem auch Wabern angehört. Bisher sei aber erst in drei Nächten kontrolliert worden. Das sei viel zu wenig, um einen Effekt zu erzielen.

Der Ortsvorsteher fordert stationäre Radaranlagen, wie sie beispielsweise auch in Dissen installiert worden sind. In diesem Punkt ist der Waberner Bürgermeister allerdings anderer Meinung. Er plädiert für Messstellen, in die bei Bedarf eine Kamera eingesetzt wird. (Kosten: 50.000 bis 80.000 Euro). In der nächsten Sitzung des Ordnungsbehördenbezirks solle dazu eine Konzeption in Auftrag gegeben werden.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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