Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 übergab Unterschriften an RP Walter Lübcke

Weiter Druck gegen Lärm

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Schluss mit dem Lärm: Die Menschen, die an der A 49 in Holzhausen/Hahn leben, sind mit ihrer Geduld am Ende. Am Montag übergab die Interessengemeinschaft Lärmschutz knapp 3000 Protest-Unterschriften an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (5. von links) vor dem Gebäude in Kassel. MdB Bernd Siebert (7. von links) aus Gudensberg hatte den Termin ermöglicht. Foto: privat

Edermünde. Sie werden und wollen keine Ruhe geben: Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 (IgL) aus Holzhausen/Hahn machen weiter Druck auf Politik und Straßenbauverwaltung.

Am Montag übergab eine Delegation ein Paket mit 2393 Protest-Unterschriften gegen die Autobahn 49, unter der die Holzhäuser besonders leiden, an den Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke.

„Der Regierungspräsident unterstützt unsere IgL, kennt unsere Probleme genau und will sich auch andernorts für uns einsetzen“, sagte IgL-Sprecher Günter Schumann nach der Übergabe. Lübcke sagte laut Schumann zu, sich wegen der enormen Lärmentwicklung auf der A 49, die durch Holzhausen führt, an den Präsidenten der hessischen Straßenbauverwaltung, Burkhard Vieth, zu schreiben.

Ziel der Lärmgegner ist es, selbst einmal ins Gespräch zu kommen mit Burkhard Vieth, den sie bisher nur aus seinen schriftlichen Äußerungen kennen. Gelegenheit dazu gibt es am heutigen Mittwoch, 28. Mai, beim Besuch des hessischen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir (Grüne) in Schwalmstadt. Dorthin sind zum Thema Autobahn betroffene Kommunen, aber auch A 49-Kritiker eingeladen.

Politiker unterstützen

Von den regionalen Politikern aller Couleur fühlt sich die Interessengemeinschaft recht gut unterstützt. MdB Bernd Siebert (CD) etwa hatte den Besuch beim Regierungspräsidenten möglich gemacht. Ganz anders sieht es aus in Sachen Hessen Mobil: Die oberste Straßenplanungs-Behörde des Landes trifft bei den Edermündern auf erhebliche Skepsis, gar Misstrauen.

„Kann man denn ein Werk wie VW Baunatal einfach vergessen?“

In ihren umfangreichen Recherchen haben sie etwa festgestellt, dass viele Jahre lang falsche Zahlen als Berechnungsgrundlage für den Lärm durch die A 49 angenommen wurden. Inzwischen wurde durch neue Berechnungen anerkannt, dass zusätzlich 17 Häuser so stark lärmbelastet sind, dass sie passiven Lärmschutz erhalten können.

Zugeben musste Hessen Mobil außerdem, dass man „im Schichtdienst arbeitende Betriebe der Region“ schlicht nicht beachtet hat bei den Berechnungen des Verkehrsaufkommens. „Kann man denn ein Werk wie VW Baunatal einfach vergessen?“ spottet darüber Günter Schumann.

Es sind viele widersprüchliche Fakten, die die Holzhäuser zusammengetragen haben, weil sie gerade nach dem neuen Fahrbahnbelag den immer schlimmer gewordenen Lärm nicht mehr ertragen wollen. Sie fordern zumindest schnell ein Tempolimit und eine Neuanpflanzung entlang der Autobahn dort, wo Büsche und Bäume entfernt wurden.

Interesse in Dissen

Am Dienstagabend war die IgL auch im Nachbarort Dissen zur Sitzung des Ortsbeirates eingeladen. Dort gibt es ebenfalls Beschwerden wegen des lauten Fahrbahnbelags.

Vielleicht wächst dort auch nach und nach der Widerstand.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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