Aushub könnte kontaminiert sein

Wallgraben: Kampfmittelbeseitigung verzögert sich

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Idylle trügt: Im Wallgraben in Ziegenhain lagern Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Noch immer kann mit der Beseitigung nicht begonnen werden.

Schwalmstadt. Am Ziegenhainer Wallgraben tut sich weiterhin nichts. Immer noch ungewiss ist der Start der Kampfmittelräumung in dem historischen Gewässer. Nicht geklärt ist bisher, wo der beim Aushub anfallende Schlamm verbleiben könnte, teilte das Justizministerium mit.

Entscheidend dafür ist, ob und in welchem Umfang der Schlamm durch die Kriegswaffen kontaminiert sein könnte. Das könnte ein entscheidender Faktor für die anfallenden Kosten sein. Seit mehreren Jahren stellt das Land den Beginn der Arbeiten in Aussicht.

Hintergrund: Bei den den zu beseitigenden Kampfmittel handelt es sich überwiegend um Handgranaten und Gewehre, die vermutlich zu Kriegsende abrückende Soldaten dort zurück ließen. Planungen sehen vor, dass die Räumung der Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg abschnittsweise vonstatten gehen soll. Nach Spundungen werden die Gräben teilweise trockengelegt, anschließend können Munitionsreste und Schlamm beseitigt werden. Derzeit steht laut Justizministerium eine Stellungnahme des Regierungspräsidiumns (RP) in Kassel zur Beschaffenheit des Schlammes aus. Nach der Bewertung des RPs werde das Hessische Baumanagement das weitere Verfahren klären. In Wiesbaden geht man davon aus, dass das noch in diesem Monat geschehen könne.

Ziegenhainer, die sich für den Erhalt der Festung engagieren, hatten befürchtet, dass eine Kampfmittelbeseitigung keine umfassende Sanierung des Wallgrabens beeinhalte. Das halten sie für dringend notwendig, denn der Wallgraben droht zu verlanden. In der Folge könnte der Grundwasserspiegel im Festungsbereich sinken, was wiederum die historischen Gebäude, die teilweise auf Eichenpfählen stehen, gefährden könnte.

In die Kampfmittelräumung des Wallgrabens investiert das Land sechs Millionen Euro.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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