Infoabend in Schrecksbach

Weiter an der Schraube drehen

Gut besucht: Etwa 180 Schrecksbacher wollten am Dienstagabend in der Mehrzweckhalle mehr über ihre Gemeinde erfahren. Foto: Rose

Schrecksbach. Bürgermeister Andreas Schultheis hatte am Dienstag zu einem Informationsabend in die Mehrzweckhalle eingeladen. Mit klar formuliertem Ziel: „Ich will mich nicht als Besserwisser aufspielen, mir geht es schlicht und ergreifend um eine sachliche Bestandsaufnahme.“

Und sachlich war und blieb es. Nach der Vorstellung der Energieberater ging es um die finanzielle Lage der Gemeinde sowie ums Thema Windenergie. Im Ergebnishaushalt fehlten aktuell 590.200 Euro, die sich aus der Differenz der Erträge und der nötigen Aufwendungen ergebe. „Wir werden vieles auf den Prüfstand stellen müssen“, sagte der Bürgermeister. Als problematisch bewertete Schultheis die Altersstruktur in Schrecksbach: „Die Höhe der Schlüsselzuweisungen richtet sich nach der Höhe der gezahlten Einkommenssteuer.“ 2002 lebten 1062 Menschen zwischen 25 und 44 Jahren in der Gemeinde, aktuell sind es nur noch 739. Die Zahl der über 79-Jährigen stieg von 81 in 2002 auf heute 181 an. „Das heißt, immer weniger Menschen müssen immer mehr bezahlen“, erklärte Schultheis.

Immerhin hatte die Anhebung von Wasser- und Abwassergebühren sowie der Gewerbesteuer 40 000 Euro mehr in die Gemeindekasse gespült: „Aber man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass man an der Schraube weiter wird drehen müssen.“ Mit der Gewerbesteuer könne man zwar planen, nicht aber gesichert rechnen. 7500 Euro brachte das Sparen bei der Beleuchtung ein, 2500 Euro eine Änderung der Ehrungsordnung. In der Verwaltung wurden 9000 Euro eingespart, indem Arbeitsstunden umgeschichtet beziehungsweise gekürzt wurden. Auch Abos und das Computer-System standen auf der Streichliste – 4000 Euro pro Jahr. Aktuell überprüfe man die Kläranlage Röllshausen: „Die ist 20 Jahre alt und schlägt monatlich mit 2500 Euro Stromkosten zu Buche“, erläuterte Schultheis.

Nur mit Bürgerbeteiligung

Beim Thema Windenergie stellte Schultheis klar: „Es geht nicht darum, ob wir wollen oder nicht. Das reicht als Argument nicht aus. Der Kreis muss zwei Prozent der Flächen für Windenergie bereitstellen.“ Drei Flächen rund um Schrecksbach seien im Gespräch. Man müsse sich ernsthaft damit beschäftigen, was Windenergie der Gemeinde finanziell bringe. „Wenn sich die Dinger schon hier drehen, dann nur als Beteiligungsmodell für die Bürger“, sagte Schultheis. Denn dann bleibe auch die Gewerbesteuer in Schrecksbach.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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