CTL sucht Gespräch mit der Bauaufsicht des Schwalm-Eder-Kreises

Weiter Streit um Genehmigung

Umschlagplatz für Stückgut: 3600 Sendungen werden täglich bei der Firma CTL verladen. Foto: Rohde

Schwalm-Eder. Der Streit um die Frage, ob der Homberger Logistiker CTL nun eine Baugenehmigung für das Umschlagen von Gefahrgütern hat oder nicht, geht weiter. Vizelandrat Winfried Becker unterstrich gestern noch einmal, dass es eine solche Genehmigung nicht gebe.

Das Unternehmen hatte auf ein Schreiben der Bauaufsicht aus dem Jahr 2002 verwiesen, in dem eine solche Genehmigung erteilt worden sei. In einem Schreiben, das als „Bestandteil des Bescheides“ überschrieben ist, heißt es unter anderem: „Beim Umgang mit Gefahrstoffen sind die Bestimmungen der ‘Verordnung über gefährliche Stoffe‘ (Gefahrstoffverordnung - GebStoff V) in der Fassung vom 15. November 1999 ... maßgebend zu beachten und einzuhalten“.

An anderer Stelle heißt es: „Falls brandfördernde Stoffe in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern gelagert werden, sind die technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 515 zu beachten.“

Hierbei handele es sich lediglich um Hinweise zum Arbeitsschutz, erklärte Winfried Becker. Aus diesen Vorgaben könne keine Genehmigung zum Umschlag von Gefahrgütern abgeleitet werden.

Für Erich Wietzel, den Vorstand des Homberger Logistikers ist das nicht nachzuvollziehen. Auch für die anderen bundesdeutschen Standorte gebe es keine speziellen Auflagen. Allerdings gebe es für alle Bundesländer unterschiedliche Richtlinien.

CTL suche nun dringend das Gespräch mit dem Landkreis und der Bauaufsicht. Bisher sei aber leider kein Termin zustande gekommen, erklärte Wietzel gegenüber der HNA. Der Logistiker hat nicht nur Standorte in Homberg, sondern auch in Bottrop, Lauenau, Aurach, Grolsheim. CTL beschäftigt 135 Mitarbeiter, 90 davon am Hauptsitz in Homberg. Dort wurde der Betrieb 1996 aufgenommen.

3600 Stückgutsendungen werden – vor allem in der Nacht – umgeschlagen, darunter seien etwa 100 Sendungen, die nach den so genannten ADR-Kriterien als gefährliche Günter einzustufen sind.

Etwa 120 Lastzüge treffen pro Nacht am Homberger Firmensitz in der Ludwig-Erhard-Straße ein und werden umgeschlagen.

Die Frachtdaten seien zuvor bereits von den Versandspeditionen übermittelt worden. Darin sei auch ersichtlich, um welche Gefahrgüter es sich handele. (hro)

Quelle: HNA

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