Rentsch will Autobahn zügig fertigstellen

Weiterbau der Autobahn 49: Alles hängt am Geld aus Berlin

+

Schwalmstadt. Viel Post hat Verkehrsminister Florian Rentsch zum Weiterbau der Autobahn 49 in jüngster Zeit bekommen, nette und unfreundliche. Vor allem aber haben viele Menschen sorgenvolle Fragen geschickt, wie es wirklich weitergeht.

Zusammen mit dem ganzen oberen und mittleren Führungsstab von Hessen Mobil informierte der FDP-Politiker deshalb am Dienstag in Treysa in einer „Kommunalkonferenz“ über den - seit vielen Monaten fast unveränderten - Sachstand.

Lesen Sie auch:

- Rentsch will A49 in Mittelhessen zügig fertigstellen

So ging das Interesse der meisten nordhessischen Medien gegen Null, zugespitzte Fragen hatten die Bürgermeister von Neustadt und Gemünden/Felda als Anrainer der planfestgestellten Trasse. Sie sind in Sorge vor einem „qualifizierten“ Autobahnende in ihrer Nähe à la Neuental, wo die A49 seit vielen Jahren im Kohlfeld endet.

Der Bürgermeister dieser leidgeprüften Kommune war auch da, aber Freidemokrat Kai Knöpper erhielt keine eindeutige Zusage zur baldigen Realisierung des immerhin im Bau befindlichen Abschnitts Bischhausen-Treysa. Vielmehr hörte auch er die wiederkehrende Formel der ganzen Veranstaltung: Die planerischen Hausaufgaben sind gemacht, alles hängt am Geld. Nicht sehr optimistisch klang in dem Zusammenhang, dass dem Bund derzeit jährlich 7 Mrd. Euro für Erhalt und Erneuerung des Straßennetzes fehlen.

Trotzdem gab sich Rentsch zuversichtlich: Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer habe ihm sein Wort gegeben, dass der A49 in Berlin Vorzug gegeben werde, nun sei politischer Druck vonnöten, „das ist der Hauptjob in der nächsten Zeit“.

Minister Florian Rentsch in Treysa.

Gut sechs Wochen vor der Landtagswahl gab sich der Minister entschlossen und will sich dafür stark machen, dass nicht länger der bloße Einwohnerschlüssel für die Verteilung des Geldes vom Bund zugrunde gelegt wird. Vielmehr stehe Hessen als das zentral gelegene Bundesland mehr Hilfe für die Verkehrsinfrastruktur zu, „wir werden im Land für eine günstigere Verteilung kämpfen“.

Nach neunzig Minuten im Haus für Gemeinschaftspflege am Treysaer Marktplatz verlief sich die Kommunalkonferenz rasch mit der alten Vermutung, dass der Weiterbau der A 49 wohl eine lange Geschichte bleibt. „Ich habe Ramsauers Wort, dass der sich massiv einsetzt - aber nicht die Bestätigung für den Durchbau aller drei Abschnitte“, hatte der Minister gesagt. Verbindliche Verkehrsinvestitionspläne gibt es beim Bund nämlich nicht, nur der jährliche Bundeshaushalt ist verbindlich.

Von Anne Quehl

Mehr zum Thema lesen Sie in der gedruckten Ausgabe am Mittwoch.

Quelle: HNA

Kommentare