Stadtwerke haben neuen Genehmigungsantrag gestellt

Weiterer Vorstoß für Windpark auf dem Rödeser Berg

Wolfhager Land. Es bewegt sich was beim Projekt Windkraft auf dem Rödeser Berg: Im Juni haben die Stadtwerke Wolfhagen beim Regierungspräsidium Kassel einen neuen Genehmigungsantrag gestellt. Bis zum 17. Oktober müssen die beteiligten Behörden nun ihre Stellungnahmen abgeben.

Das teilte Michael Conrad, Pressesprecher des RP, auf Anfrage der HNA mit. Den ersten Antrag hatten die Stadtwerke im Mai 2011 gestellt. Warum sich das Verfahren verzögert hat und weshalb der Antrag neu gestellt wurde, das hat laut Martin Rühl, Geschäftsführer der Stadtwerke, mehrere Gründe.

2011 kippte der Hessische Verwaltungsgerichtshof den Regionalplan zur Windenergie, auf dessen Grundlage die ursprüngliche Planung basierte. Daraufhin hatte die Stadt Wolfhagen den Flächennutzungsplan geändert, da er der Errichtung von Windkraftanlagen entgegen stand. Das dauerte über ein Jahr und war laut Rühl „ein offener Prozess, in den die Öffentlichkeit mit einbezogen wurde“. Auch andere Standorte seien dezidiert geprüft worden. Das RP genehmigte den neuen Flächennutzungsplan Anfang 2013.

Zu einer Verzögerung führte auch, dass der Standort von zwei der geplanten vier Windräder um etwa 150 Meter verlegt wurde. Der Grund: Eines der Windräder sollte auf einem Privatgrundstück stehen, doch die Verhandlungen gestalteten sich schwierig. Nun ist geplant, drei Windräder auf kommunalem Grund aufzustellen und eines auf einer Fläche des Hessenforstes.

Eine weitere Herausforderung ist es laut Rühl, dass sich die Richtlinien für den Genehmigungsantrag seit 2011 weiterentwickelt haben (siehe Hintergrund) und der Antrag angepasst werden musste.

Zu einem möglichen Baubeginn wollte sich Rühl nicht äußern. „Wenn wir die Genehmigung bekommen, stehen wir Gewehr bei Fuß, die Windräder zu errichten.“

Hintergrund Rödeser Berg

Etwa 19 Millionen Euro wollen die Stadtwerke Wolfhagen in den Bau des Windparkes Rödeser Berg investieren. Eine Baugenehmigung liegt noch nicht vor. Der Antrag auf Genehmigung nach Bundesimmissionsschutz (bimSCH-Antrag) wird beim Regierungspräsidium Kassel derzeit geprüft; beteiligt sind sind laut Martin Rühl , Geschäftsführer der Stadtwerke, 19 Fachbehörden. Seit dem ersten Antrag vom Mai 2011 haben sich die Richtlinien im Bereich Naturschutz zum Teil geändert. Beschrieben sind die Rahmenbedingungen im „Leitfaden zur Berücksichtigung der Naturschutzbelange bei Planung und Genehmigung von Windkraftanlagen in Hessen“, der Ende 2012 herausgegeben wurde. (mex)

Von Meike Schilling

Quelle: HNA

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